Multitasking: Wen Denken nicht beim Gehen stört

25. Jänner 2017, 12:04
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Forscher testeten Männer und Frauen, ältere und jüngere Probanden

Zürich – Intensive Denkarbeit zu leisten, während man geht, kann einen aus dem Tritt bringen. Ob Alter und Geschlecht mitbestimmen, wie gut man diese Aufgabe löst, untersuchten Wissenschafter aus Deutschland und der Schweiz und berichten über ihre Ergebnisse im Fachblatt "Open Science" der britischen Royal Society.

Das Team um Tim Killeen von der Universitätsklinik Balgrist in Zürich hatte insgesamt 83 Männer und Frauen zwischen 18 und 80 Jahren auf ein Laufband geschickt. Bei angenehmer Gehgeschwindigkeit sollten sie eine irritierende Sprachaufgabe lösen, den sogenannten Stroop-Test: Sie bekamen am Bildschirm Farbwörter gezeigt, zum Beispiel das Wort "Grün", allerdings gelegentlich in abweichender Druckfarbe, also etwa in Rot. Sie mussten dann die Farbe nennen (Rot).

Unterschiede mit Tendenz

Es zeigte sich zum einen, dass die Probanden mit zunehmendem Alter im Stroop-Test immer schlechter abschnitten. Zum anderen wurde beim Lösen der Aufgaben der Schwung des rechten Arms gebremst, so dass die Schwungbewegungen beider Arme asymmetrisch wurden. Da die Verarbeitung von Sprachaufgaben wie dem Stroop-Test in der linken Hirnhälfte erfolgt, seien die Auswirkungen am rechten Arm zu sehen, erklären die Forscher. Seine Bewegungen werden von der linken Hemisphäre gesteuert.

Asymmetrische Schwungbewegungen zeigten Männer und ältere – ausgenommen von dem Effekt blieben allerdings junge Frauen: Ihre Arme schwangen auch beim Lösen der Sprachaufgabe symmetrisch. Erst nach der Menopause verschlechtert sich die Multitasking-Fähigkeit, befanden die Forscher. Das liege vermutlich am veränderten Spiegel des Hormons Östrogen. (APA, red, 25. 1. 2017)

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