Das beste Stück ... nachgefragt bei Matti Bunzl

Kolumne31. Jänner 2017, 16:24
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Michael Hausenblas fragt den Direktor des Wien Museum, Matti Bunzl, warum er auf sein Brotmesser steht

"Bei meinem 'besten Stück' steht gar nicht so sehr das Objekt an sich im Vordergrund, sondern das, wofür dieses einfache Brotmesser steht. Ich habe mehr oder weniger mein gesamtes Erwachsenenleben in den USA verbracht, immerhin 25 Jahre. Ich habe dort studiert, war Kulturmanager und Professor, ehe ich vor zwei Jahren zurückkehrte. Was mir in dieser Zeit am meisten gefehlt hat, sowohl auf der emotionalen als auch auf der sensualen Ebene, war das österreichische Essen.

Eines der großen Mankos in den Staaten ist die Brotsituation, auch wenn sich diese mittlerweile etwas gebessert hat. Ich habe auch so gut wie all die Jahre keinen Kaffee getrunken. Man muss sich vorstellen, dass ich in dieser Zeit nicht einmal ein Brotmesser besaß. Dieses Objekt steht für meine Rückkehr nach Österreich, und man kann sagen, dass das Schneiden von Brot für mich ein Akt ist, den ich aufgrund dieser Geschichte sehr bewusst wahrnehme." (Michael Hausenblas, RONDO, 31.1.2017)

Matti Bunzl ist Kulturwissenschafter und seit 2015 Direktor des Wien Museum am Karlsplatz.

  • Matti Bunzl: Dieses Brotmesser steht für meine Rückkehr nach Österreich, und man kann sagen, dass das Schneiden von Brot für mich ein Akt ist, den ich sehr bewusst wahrnehme."
    foto: nathan murrell

    Matti Bunzl: Dieses Brotmesser steht für meine Rückkehr nach Österreich, und man kann sagen, dass das Schneiden von Brot für mich ein Akt ist, den ich sehr bewusst wahrnehme."

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