Korean Air setzt auf Elektroschocks gegen Randalierer

24. Jänner 2017, 15:00
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Korean Air geht künftig gegen Rowdys an Bord mit Elektroschocks vor. "Unruly Passengers" werden falls nötig mit 50.000 Volt zur Ruhe gebracht.

Die Fluggesellschaft Korean Air setzt statt auf Deeskalation schon länger auf Betäubungswaffen: Wer an Bord unangenehm auffällt, wird notfalls mit Elektroschocks "beruhigt". Seit 2002 ist jeder Flieger mit mindestens einer so genannten "Electric Stun Gun" unterwegs, an Bord der A380 sind es sogar zwei Elektroschocker, mit denen 50.000 Volt auf "unruly passengers" abgefeuert werden können. Die Elektropistolen kamen bisher fünf Mal zum Einsatz.

Korean Air will nun verstärkt Betäubungswaffen gegen randalierende Passagiere einsetzen und hat deshalb die Regeln für den Einsatz der Elektroschocker geändert. Bisher durften die Betäubungswaffen nur bei einer "unmittelbaren Bedrohung der Leben von Passagieren und Crew oder der Flugsicherung" benutzt werden. Nun sollen die Besatzungsmitglieder künftig die Waffen "aggressiver" einsetzen dürfen.

Mehr Training

Außerdem wird es so sein, dass immer mindestens ein männliches Besatzungsmitglied mit an Bord ist. Korean Air will eigenen Angaben zufolge auch neue Seile anschaffen, um Randalierer schnell fesseln zu können. Als weitere Maßnahme soll die Kabinenbesatzung der Korean Air mehr Training erhalten, um mit auffälligen Passagieren besser fertig werden zu können.

Die Änderung der Gesetze zum Einsatz der Elektroschocker ist einem Vorfall an Bord einer Korean-Air-Maschine geschuldet, den der Popsänger Richard Marx publik gemacht hat: Auf einem Flug von Hanoi nach Seoul musste der Musiker eingreifen, weil "ahnungslose und schlecht ausgebildete" Flugbegleiterinnen mit einem randalierenden Passagier nicht fertig geworden sind. Auf den von Marx veröffentlichten Fotos ist unter anderem zu sehen, wie ein männlicher Fluggast eine Stewardess an den Haaren zieht und um sich schlägt, während Stewardessen und andere Passagiere versuchten, ihn zu überwältigen. Angeblich habe die Crew weder gewusst, wie man einen Taser benutzt noch wie sie den Passagier mit einem Seil fesseln sollte. (red, 24.1.2017)

  • Flugbegleiterinnen der Korean Air beim Training mit dem Taser.
    foto: apa/afp/yonhap/str

    Flugbegleiterinnen der Korean Air beim Training mit dem Taser.

  • Geübt wird auch, wie man einen "unruly passenger" fesselt.
    foto: apa/afp/yonhap/str

    Geübt wird auch, wie man einen "unruly passenger" fesselt.

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