Akademikerball: Demo-Organisatoren wollen "Zeichen setzen"

24. Jänner 2017, 13:53
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"Offensive gegen rechts" und "Jetzt Zeichen setzen" rufen zu Demonstration gegen den FPÖ-Ball am 3. Februar auf

Wien – Auch heuer wird der Wiener Akademikerball von Demonstrationen begleitet werden. Unter dem Motto "Burschiball anfechten, Solidarität statt Hetze" organisiert das Bündnis Offensive gegen rechts einen Marsch gegen die Tanzveranstaltung in der Wiener Hofburg. Am 3. Februar wollen sich die linken Aktivisten am Schottentor treffen und über die Wipplingerstraße bis zum Stephansplatz ziehen. "Wir demonstrieren gegen den Burschenschafterball, um erneut ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen", heißt es in einer Aussendung der Gruppe.

Das Bündnis Jetzt Zeichen setzen, das unter anderem von den Grünen, der SPÖ und der Österreichischen Hochschülerschaft unterstützt wird, lädt zeitgleich am Ballhausplatz zu einer "bunten, schwungvollen Buntgebung" unter dem Motto "Keine Normalisierung des Rechtsextremismus".

Der Wiener Akademikerball geht heuer in die vierte Runde und gilt als Nachfolger des Balls des Wiener Korporationsrings (WKR-Ball). Seit 2013 wird der Ball nicht mehr von dem Zusammenschluss der Wiener Burschenschaften organisiert, sondern von der Wiener FPÖ.

2016 keine "nennenswerten Zwischenfälle"

Die Offensive gegen rechts organisiert seit sechs Jahren Demonstrationen und Kundgebungen gegen den Ball in der Wiener Hofburg. "Mit der FPÖ ist in Österreich eine Partei im Parlament, die keinerlei Berührungsängste mit dem militanten und gewalttätigen Rechtsextremismus hat", so die Erklärung der Offensive.

Vergangenes Jahr zählte die Polizei 5.000 Demo-Teilnehmer. Die linke Gruppierung No WKR, in deren Umfeld es bei Kundgebungen in den Vorjahren immer wieder zu Ausschreitung gekommen ist, hat sich nach dem Ball 2015 für aufgelöst erklärt. Insgesamt verliefen 2016 die Demonstrationen "ohne nennenswerte Zwischenfälle", wie die Wiener Polizei in einer Bilanz bekanntgab.

Das Bündnis, das auf seiner Homepage über 40 beteiligte Organisationen auflistet, sieht zudem eine "verstärkte Gewaltbereitschaft der rechtsextremen Szene" in den vergangenen Monaten. So gebe es "vermehrt Angriffe auf linke Zentren" wie etwa das w23. "Das alles geht einher mit einer gezielten sprachlichen Eskalation vonseiten jener Klientel, die auf diesem Ball tanzt", erklärt das Bündnis in einer Aussendung.

Demo auch in Linz

Nur einen Tag später soll dann in Oberösterreich demonstriert werden. Grund ist der Linzer Burschenbundball am 4. Februar. Der Ball findet seit dem Jahr 1948 statt und ist die "Jahresveranstaltung der in Oberösterreich lebenden Mitglieder von nationalen waffenstudentischen Verbindungen, ihrer Angehörigen und Freunde", wie es auf der Homepage des Balls heißt. Zu den Gästen gehören Burschenschaften, Corps, Sängerschaften, Landsmannschaften sowie der akademische Nachwuchs aus den Mittelschulverbindungen.

Die Demonstration rund um den Grazer Akademikerball, der vergangenen Samstag zum 65. Mal stattfand, verlief ruhig. Rund um den Austragungsort, den Grazer Congress, wurde ein Platzverbot erlassen. Nur Besucher des Balls und Anwohner durften sich in der Gegend aufhalten. Die Polizei sprach von rund 250 Demonstranten, es gab keine Ausschreitungen. (ook, 24.1.2017)

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