Immunsystem schadet und schützt nach Schlaganfall

    24. Jänner 2017, 11:32
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    Forscher untersuchten wie das Gehirn und das Immunsystem nach einem Schlaganfall interagieren

    Wien – Das zentrale Nervensystem und das Immunsystem steuern vielfältigste Funktionen des Organismus. Neurologen mehrerer deutscher Unikliniken konnten nun zeigen, wie diese beiden Systeme nach einem Schlaganfall interagieren.

    Beim Schlaganfall führt ein Gefäßverschluss durch Sauerstoff- und Nährstoffmangel zum Absterben von Hirngewebe. Zusätzlich kommt es in den ersten Stunden und Tagen nach dem Gefäßverschluss zu einer Immunreaktion im Hirngewebe – und zwar im und um den Bereich des Schlaganfalls, was zu einer weiteren Schädigung des Hirngewebes führen kann. Als besonders vielversprechend gilt der Ansatz, diese Reaktion des Immunsystems zu unterdrücken. – Das wird derzeit in mehreren klinische Studien untersucht.

    Immunsystem schädigt und heilt

    Weitere Erkenntnisse zur Interaktion von Immunsystem und Gehirn werden nun Mitte Februar bei der 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) in Wien diskutiert: Neurologen aus Hamburg konnten etwa zeigen, dass sogenannte Gefahrensignale, die beim Zelluntergang aus Nervenzellen austreten, die Umgebung über die "drohende Gefahr" informieren. Diese reagiert mit der Produktion von Signalstoffen, sogenannten Chemokinen, die wiederum verschiedene Entzündungszellen anlocken, die das Hirngewebe weiter schädigen.

    Neurologen aus Münster haben allerdings auch herausgefunden, dass das Immunsystem neben seiner schädigenden Wirkung in den ersten Tagen nach dem Schlaganfall auf lange Sicht an der Heilung des Hirngewebes beteiligt ist. "Diese Ergebnisse sind von großem Interesse, weil sie zeigen, wie komplex zwei Supersysteme des menschlichem Organismus interagieren", sagt Jens Minnerup vom Universitätsklinikum Münster. Sie könnten auch die Grundlage für zukünftige Therapien von Schlaganfallpatienten sein, hoffen die Forscher. (red, 24.1.2017)

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