ORF Sportrechte verwehren? Zechner: "Interessanter Ansatz"

24. Jänner 2017, 10:21
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ORF-Fernsehchefin und Sportchef Hans Peter Trost verweisen in Sportrechte-Diskussion auf Know-how und Breitensport

Wien/Hochfilzen – Der ORF wappnet sich für die kommenden Wintersport-Großereignisse. Die Alpine und die Nordische Ski-WM stehen ebenso auf dem Programm wie die Biathlon-Weltmeisterschaft in Tirol. Im Lichte der Diskussion um die Sportrechte nehmen Fernsehdirektorin Kathrin Zechner und Sportchef Hans Peter Trost diese Events auch zum Anlass, auf die Rolle des ORF für Breiten- und Spitzensport hinzuweisen.

Der ORF sei international anerkannter Partner sowohl für Medien als auch Sportverbände und -vereine, betonte Zechner anlässlich der Präsentation der Wintersport-Highlights am Biathlon-WM-Gelände in Hochfilzen. "Wir haben verlässliche Partnerschaften über Jahrzehnte aufgebaut. Für uns ist klar, dass wir über so viele Live-Events wie möglich in unserer gewohnten Qualität Töne, Bilder und Online-Content liefern wollen."

Budgetäre Grenzen

Dass es insgesamt budgetäre "Grenzen gibt und geben wird", läge angesichts steigender Preise für Sportlizenzen auf der Hand: "Da werden wir sehen, wo die Grenzen unserer Verhandlungskapazitäten sind, aber auch da ist unser Know-how extrem hoch." Doch so lange der ORF "mit dem Geld auskommt und das Know-how hat und langjähriger Partner ist", fände sie es einen "interessanten Ansatz", ihm Sportrechte zu verwehren, so Zechner in Anspielung auch auf Privatsender, die der Ansicht sind, der ORF horte die kostbaren Lizenzen geradezu.

Denn der ORF erfülle nicht nur seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag, sondern nehme auch eine sport- und gesellschaftspolitische Rolle wahr, argumentieren Zechner und Trost. Wenn sich Regionen um Großevents bewerben, sei "die Qualität des Medienpartners" ein wesentlicher Entscheidungsfaktor, so der Sportchef. Und in manchen Sportarten sei für die Teilnahme an bestimmten Ligen die Übertragung im nationalen Free-TV eine Voraussetzung. Stünde der ORF hier nicht parat, wären manche Verbände international isoliert, ist sich Trost sicher. "Dafür brauchst du das Gütesiegel der High-End-Produktionen", ergänzte Zechner.

Breitensport profitiert

Und letztendlich "profitiert davon der Breitensport", sagte Trost: Auch, weil Großereignisse ein Umfeld für Berichterstattung über Randsportarten seien, die so mehr Zuschauer bekämen. "Mit Hochleistungssport bekommt man die Visibility dafür", so Zencher.

Bei der Biathlon-WM im Tiroler Hochfilzen (8. bis 19. Februar) ist der ORF Host Broadcaster und legt sich dafür ordentlich ins Zeug. "Die aufwändigste Übertragung, die wir jemals hatten" im Biathlon werde das, kündigte Regisseur Michael Kögler an. Auf ihn sind Zechner und Trost auch deshalb stolz, weil er als Biathlon-Regisseur für die nächsten Olympischen Spiele in Korea engagiert wurde. Das Langlaufen und Schießen am Truppenübungsplatz Hochfilzen setzt er mit 49 Kameras, darunter etliches Spezialequipment, in Szene. TV-Stationen aus mindestens 26 Ländern werden die Bilder übernehmen – bis nach Brasilien. Alle elf Rennen (rund 20 Stunden) werden auf ORF eins gezeigt.

Gleich 80 Stunden live erwartet die Zuschauer von der Alpinen Ski-WM in St. Moritz (6.-19. Februar), wo der ORF mit eigenen Kameras auf die Jagd nach Österreich-Aspekten geht. Im finnischen Lahti (22. Februar bis 5. März) schließlich steigt die nordische Ski-Weltmeisterschaft, auch dort ist man mit eigenem Equipment unterwegs. Das WM-Studio ist übrigens für St. Moritz und Lahti dasselbe, es wird in Modulweise auf- und abgebaut und kann somit wiederverwendet werden. Den Abschluss des Wintersport-Reigens bilden im März die Special Olympics in Schladming, wo der ORF einmal mehr Host Broadcaster ist. (APA, 24.1.2017)

  • Thomas Sykora und Oliver Polzer kommentieren Skirennen für den ORF.
    foto: orf/roman zach-kiesling

    Thomas Sykora und Oliver Polzer kommentieren Skirennen für den ORF.

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