Stallpflicht wegen hoher Ansteckungsgefahr für Geflügel

24. Jänner 2017, 09:09
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Zum Schutz vor der Vogelgrippe besteht für Geflügel Stallpflicht. Im Gegensatz zu 2006, als zahlreiche Menschen starben, wurde bisher kein einziger Fall von Übertragung auf Menschen bekannt, sagen Experten

Frage: Was ist die Vogelgrippe?

Antwort: Eine für Geflügel hoch ansteckende, seit 1878 bekannte Tierseuche. Umgangssprachlich heißt die Aviäre Influenza (vom lateinischen avis, der Vogel) Vogelgrippe oder Geflügelpest. Erreger sind Influenzaviren, Familie Orthomyxoviridae, man unterteilt in Typ A, B, C. Durch Genveränderungen entstehen rasch neue Varianten der Grippeviren, zurzeit sind 16 Subtypen bekannt. Influenzaviren mögen es kalt, Wintertemperaturen sind ideal für sie.

Frage: Welcher Virustyp verbreitet sich aktuell?

Antwort: Das aktuelle Influenzavirus A vom Subtyp H5N8 tauchte im vergangenen November, vermutlich durch durchziehende Wildvögel verbreitet, erstmals in Ungarn auf und kam über Osteuropa nach Deutschland und Westösterreich. Aktuell sind 18 Staaten in Europa betroffen.Besonders anfällig für die Geflügelpest sind Hühner und Puten. Für ganz Österreich gilt erhöhtes Geflügelpestrisiko und damit Stallpflicht.

Frage: Ist die Vogelgrippe für Menschen gefährlich?

Antwort: Nach aktuellem Wissensstand nicht. Bisher ist kein Übertragungsfall auf den Menschen bekannt. Gefährlich kann den Menschen der Subtyp H5N1 werden, der 2006 weltweit zu zahlreichen Todesfällen führte. Zum Schutz vor H5N1 kaufte Österreich damals 7,7 Millionen Schutzmasken ein. Die sind heute Altlast, lagern im Verteidigungsministerium. Da sie 2016 abgelaufen sind, ist eine Haltbarkeitsprüfung in Planung.

Frage: Warum müssen die Tiere im Stall bleiben?

Antwort: H5N8 ist für Nutzgeflügel sehr ansteckend. Deshalb gilt in ganz Österreich Stallpflicht. Betroffen sind sowohl gewerbliche Betriebe als auch Private. Die Übertragung erfolgt über Wildvögel und deren Ausscheidungen und über infiziertes Geflügel, aber auch über die Luft. Menschen können Erreger über Schuhe, Stallkleidung, Transportbehälter verschleppen. Sorgfältige Sauberkeit wird empfohlen. Geflügel muss so lange im Stall oder in abgedeckten Volieren bleiben, bis die Stallpflicht vom Ministerium wieder aufgehoben wird. Wer die Stallpflicht nicht einhält, muss mit Verwaltungsstrafen bis 4360 Euro rechnen oder gar einem Strafprozess.

Frage: Können sich Hunde und Katzen anstecken?

Antwort: Nach gegenwärtigem Wissensstand ist H5N8 nicht gefährlich für Hunde und Katzen. Aber: Wie Menschen durch kontaminierte Schuhe, können Hund und Katze Erreger aus infiziertem Kot über Pfoten und Fell in den Hühnerstall einschleppen. Findet Ihr Hund oder Ihre Katze einen toten Wasser- oder Greifvogel, muss die Bezirksbehörde informiert werden, damit der Kadaver fachgerecht entsorgt wird.

Frage: Welche Symptome zeigt erkranktes Geflügel?

Antwort: Hinweise sind Nahrungsverweigerung und Leistungsabfall. Meldepflicht besteht, wenn Tiere weniger Nahrung und Flüssigkeit aufnehmen (minus 20 Prozent) oder fünf Prozent weniger Eier an zwei Tagen liefern. Befallene Tiere verenden innerhalb weniger Tage. (Jutta Berger, 24.1.2017)

  • Im Nationalen Referenzlabor der Ages in Mödling wurden bisher 860 Proben untersucht. Das Virus wurde in zwei Betrieben, in Vorarlberg und im Burgenland, nachgewiesen.
    foto: apa/fohringer

    Im Nationalen Referenzlabor der Ages in Mödling wurden bisher 860 Proben untersucht. Das Virus wurde in zwei Betrieben, in Vorarlberg und im Burgenland, nachgewiesen.

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