Trump: Narzisstische Kränkung

Einserkastl23. Jänner 2017, 17:25
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Es ist gruselig, wenn ein siebzigjähriger Mann, der soeben zum Präsidenten der letzten Supermacht gewählt wurde, sich wie ein Elfjähriger benimmt

Langsam – oder eher: ziemlich schnell -sickert die Erkenntnis ein, dass es bei Donald Trump um seinen psychischen Zustand geht. Weniger um die zahllosen Lügen und Unwahrheiten, die er und seine Unterlinge bewusst eingesetzt haben und einsetzen. Das wäre noch irgendwie unter "politics as usual" einzuordnen.

Aber es ist gruselig, wenn ein siebzigjähriger Mann, der soeben zum Präsidenten der letzten Supermacht gewählt wurde, sich wie ein Elfjähriger benimmt, der nicht zugeben will, dass er bei einem Computerspiel verloren hat. "Die Menschenmenge bei meiner Angelobung war die größte der Geschichte !" Nein, war sie nicht – nach allen Vergleichsfotos, nach allen Statistiken der Washingtoner U-Bahn, nach Berechnungen von "crowd control experts". Sie war viel kleiner als die von Obama 2009 und beträchtlich kleiner als die des Women's March am Tag nach Trumps Angelobung. Aber Trump behauptete auch, während seiner Angelobungsrede hätte der Regen aufgehört und die Sonne wäre herausgekommen. Eine Halluzination.

Ein halluzinierender Präsident müsste auch denen zu denken geben (auch bei uns), die sich freuen, dass jetzt ein Reaktionär US-Präsident ist. Der Mann muss zwanghaft immer und immer wieder auf tatsächliche oder eingebildete narzisstische Kränkungen (über)reagieren. Das ist ein ausgewachsenes Sicherheitsrisiko. (Hans Rauscher, 23.1.2017)

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