Trump will Freihandel mit Mexiko rasch beschränken

23. Jänner 2017, 17:21
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Änderungen beim Nordamerika-Abkommen Nafta stehen auf der Agenda weit oben. Kanada wappnet sich gegen drohende Konsequenzen

Washington – US-Präsident Donald Trump strebt baldige Gespräche mit Kanada und Mexiko über das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta an. Noch im Jänner, spätestens Anfang Februar, will sich der neue US-Präsident mit Justin Trudeau und Enrique Peña Neto treffen, dem Regierungschef Kanadas und dem Staatschef Mexikos. Man werde Verhandlungen aufnehmen, die mit Nafta zu tun hätten.

Auf Wahlkampfbühnen hatte Trump das North American Free Trade Agreement, 1994 in Kraft getreten, maßgeblich für den Niedergang der Industrie in weiten Landstrichen zwischen Wisconsin im Norden und Georgia im Süden verantwortlich gemacht. Nafta, hatte der Milliardär gewettert, sei ein Desaster. Er werde das Abkommen in Fetzen reißen, sobald er im Weißen Haus sitze.

Justieren statt zerreißen

Inzwischen ist nur noch die Rede davon, es nachzujustieren, einige Bestimmungen so zu ändern, dass Fabriken in den USA stärker profitieren. Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf Regierungsberater berichtet, will Trump beispielsweise neue Regeln für Autobauer durchsetzen. In einer Branche, die längst darauf angewiesen ist, dass Zulieferungen die Grenzen Nordamerikas zollfrei passieren, will er Korrekturen erzwingen. Nur wenn US-Hersteller in Zukunft pro Automobil mehr Teile beisteuerten, als dies aktuell der Fall sei, sei Washington bereit, auf Zollschranken zu verzichten.

Kanada sieht den Trump-Plänen gelassen entgegen. "Sie haben nichts Genaues über irgendwelche realen Probleme gesagt, die sie mit uns haben", sagte der kanadische Botschafter in Washington, David MacNaughton. Es bestehe aber die Gefahr, dass Kanada bei möglichen US-Maßnahmen gegen das Defizit im Handel mit Mexiko in Mitleidenschaft gezogen werde. Trudeau berät bis Dienstag in einer zweitägigen Klausur mit seinem Kabinett darüber, wie auf die Herausforderung durch Trump reagiert werden solle.

Der erstaunliche Präsident

Der neue US-Präsident lobte seinen mexikanischen Amtskollegen, der wegen Korruptionsskandalen und steigender Inflation derzeit niedrigere Popularitätswerte hat. "Der Präsident war wirklich erstaunlich", sagte Trump nach einem Telefonat. "Ich denke, wir werden ein sehr gutes Ergebnis für Mexiko und die Vereinigten Staaten und alle Beteiligten haben." (fh, Reuters, 23.1.2017)

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