"Alles Oper" auf dem Opernball mit Wolfsschlucht und Pfauenfedern

23. Jänner 2017, 15:43
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Der diesjährige Opernball am 23. Februar wartet mit vielen kulinarischen und räumlichen Neuerungen auf – Jonas Kaufmann singt zur Eröffnung, Semyon Bychkov dirigiert

Wien – Walzerklänge, Künstlergesänge, Tanzende in Abendgarderobe, Blumen, Sekt und ein gestresster Baumeister machen noch keinen Wiener Opernball. Wie viel mehr da bis in welches kleinste Detail überlegt, kreiert und konzipiert wird, darüber gibt die alljährliche Opernballpressekonferenz Auskunft. Am Montag stellte die neue Leiterin des Ballereignisses, Maria Großbauer, die Neuerungen ("ganz, ganz viele") für den diesjährigen Abend des Sehens und Gesehenwerdens am 23. Februar vor. Ein Abend unter dem Motto: "Alles Oper!"

foto: apa/helmut fohringer
Bevor sie zur ersten Opernball-Pressekonferenz der neuen Ballleiterin Maria Großbauer Platz nehmen, muss auch Dominique Meyers Krawatte sitzen.

Der Leitungsdebütantin zur Seite saßen ein zum Scherzen aufgelegter Operndirektor Dominique Meyer und die routinierte Generalsekretärin des Events, Eva Dintsis.

Jonas Kaufmann singt zur Eröffnung

In der ersten Besucherreihe lauschten mit besonders aufrechter Haltung die Solisten des Staatsopernballetts dem Lob, mit dem Meyer sie gleich zu Beginn überschüttete. Wer als im Gedränge Stehender bei der Eröffnung kaum einen Blick auf die Tanzkünstler erhaschen sollte, darf sich auf den Klang der Stimme von Startenor Jonas Kaufmann freuen, der "La fleur que tu m'avais jetée" aus Georges Bizets "Carmen" zum Besten geben wird, sowie auf die Ouvertüre derselben Oper, für die Semyon Bychkov dem Staatsopernorchester den Takt vorgibt.

foto: apa/helmut fohringer
Viel Andrang bei der Pressekonferenz. Beim Ball wird es in den Logengängen mutmaßlich noch enger.

Donauwellen im Haar

Das eigens für das Ballereignis verlegte Parkett wird danach zunächst den 144 Debütantenpaaren gehören – deren Damen werden ihr Haar diesmal zu einer einheitlichen Ballfrisur á la Grace Kelly hochgesteckt tragen, in der die von Lagerfeld kreierte Tiara mit donauwasserblauen Swarovski-Kristallen und tropfenförmigen Perlen Halt finden muss. Die Originalzeichnung des Krönchenentwurfs wird vor dem Opernball noch für einen guten Zweck versteigert.

foto: apa/helmut fohringer
Eine Debütantin mit der Lagerfeld-Tiara und Arm in Arm mit Alfons Haider, der heuer wieder moderiert.

Wenn die Ballbesucher dann durch verschiedene Räume schreiten und trippeln, finden sich die Stammgäste unter ihnen vor lauter Neuerungen hoffentlich trotzdem zurecht: Der Marmorsaal wird mit raumhohen Siebdrucken (Evelyn Grill) mit Motiven der Zauberflöte bestückt. Die ehemalige Pink-Bar verwandelt sich in eine Weinbar in Schwarz-Weiß-Gold – mit Sommelier Adi Schmid, der sich dafür aus dem Steirereck herauswagt und vor allem Wachauer Weißweine anbietet. Und die Crystalbar soll noch kristallfunkelnd-glitzeriger werden.

foto: apa/helmut fohringer
Viele Rosen, etwas Ginster, blühende Zweige und Pfauenfedern ergeben heuer einen sehr bunten Blumenschmuck (von der Kunstgärtnerei Doll), der – getreu dem Motto "Alles Oper" – an die Zauberflöte erinnern soll.

Opernballheuriger abgeschafft

Auf der "Hinterbühne", die – mit Holz verkleidet – ein neues Aussehen erhält, soll Zeit für Slow Food sein. Und der Opernballheurige ist abgeschafft: Heuer begibt sich der Ballbesucher dort in "Die Wolfsschlucht", angelehnt an eine Szene aus dem "Freischütz" von Carl Maria von Weber. Dort werde es, obwohl Meyer wegen des neuen Raumnamens seine Bedenken hat, "noch viel gemütlicher", versicherte Großbauer. In all diesen Sälen, Salons und Bars (und darüber hinausgehend) wird jeweils Livemusik gespielt– von jazzigen bis zu steirischen und Wiener Klängen.

foto: apa/helmut fohringer
Dieses Plakat vom Designstudio Dasuno zitiert ebenfalls das Motto.

Es gibt auch wieder einen eigenen Opernballdrink, eine Disco mit Live-Improvisationen, kulinarische Besonderheiten (etwa Weinbergschnecken) und Benefizaktionen für Caritas und das Musikprojekt Superar, Mineralwasser, Damen-, Herren-, Debütanten-Spenden, Sondersendungen, -ausgaben – und ein nun wirklich überall geltendes Rauchverbot, wie Meyer ankündigte.

Zur Frage der Sicherheit auf dem Ball sagte Meyer nur, dass man darüber mit der Polizei rede und nicht mehr dazu sagen könne. Nur so viel: Den Opernball 2016 habe man unter dem Eindruck der Anschläge von Paris geplant. (spri, 23.1.2017)

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