Straßenbahn in Wien gestohlen: Ex-Mitarbeiter gestand Tat

23. Jänner 2017, 11:01
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Er habe "nicht nachgedacht", sagte er der Polizei. Er wurde auf freiem Fuß angezeigt

Wien – Einen Tag nachdem in Wien eine Straßenbahn gestohlen worden war, fasste die Polizei den mutmaßlichen Täter. Er ist ein Ex-Mitarbeiter der Wiener Linien, bestätigte Unternehmenssprecher Daniel Amann einen Bericht der "Kronen Zeitung". Der 36-jährige Österreicher gestand nach anfänglichem Leugnen in seiner Einvernahme die Tat, sagte Polizeisprecherin Irina Steirer.

Der Mann "hat bereits vor mehreren Jahren das Unternehmen verlassen müssen", sagte Amann. Zuvor war er als Straßenbahnfahrer tätig gewesen, bei seinem Abgang aus dem Unternehmen habe er jedenfalls seinen Aktivierungsschlüssel retourniert. Durch eine gute Personenbeschreibung kam die Polizei dem Mann auf die Spur. Sonntagnachmittag wurde er vorläufig festgenommen.

Einfach losgefahren

Aus Rache habe er nicht gehandelt, ein wirkliches Motiv konnte der 36-Jährige den Ermittlern nicht nennen. In der Einvernahme gab er vielmehr an, "nicht nachgedacht zu haben", sagte Steirer. Den Diebstahl der Bim verübte er Samstagvormittag in Wien-Liesing. Als er gesehen habe, dass der Fahrer der Straßenbahn in der Station Rodaun aufs Klo gegangen war, sei er einfach losgefahren, sagte der Dieb den Polizisten.

Der 36-Jährige kam mit der Garnitur der Linie 60 zwei Stationen weit, ehe die Wiener Linien den Strom abdrehten und die Bim so stoppten. "Bei den Haltestellen hat er noch die Durchsage gemacht, dass niemand in den Zug einsteigen soll, dass es eine Sonderfahrt ist", berichtete Steirer aus der Einvernahme.

Als der eigentliche Bim-Lenker nach seiner kurzen Pause zurückkehrte, war sein Zug weg, obwohl er ihn abgesperrt hatte. Woher der Ex-Mitarbeiter den Schlüssel hatte, blieb vorerst unklar. Er wurde ihm jedenfalls abgenommen. Der bisher unbescholtene 36-Jährige wurde auf freiem Fuß angezeigt. (APA, 23.1.2017)

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