Warum so viele Blockbuster-Games nicht für Nintendo Switch erscheinen

23. Jänner 2017, 11:03
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Dritthersteller wie EA und Take-Two warten ab, anderen ist die Hardware zu schwach

Nintendos neue Spielkonsole wird im am 3. März ohne zahlreiche namhafte Blockbuster-Games von Drittherstellern auf den Markt kommen. Im Anschluss an die offizielle Vorstellung und Presseevents geben nun immer mehr Publisher bekannt, dass sie ihre Großproduktionen zumindest vorerst nicht auf die Hybridspielkonsole portieren werden. Als Grund dafür werden die spezielle Hardware und generelles Abwarten angegeben. Derzeit sieht es jedenfalls danach aus, als werde die Switch sich zumindest anfangs stark auf Nintendos Eigenproduktionen stützen müssen.

Abwarten auf Erfolg

Hersteller Electronic Arts kündigte zur Vorstellung der Switch Anfang Jänner "eine spezielle Version" für die Nintendo-Konsole an und bekräftigte mit dem wichtigsten Franchise des Konzern den Support. In einem Interview mit IGN zeigte sich Vizepräsident Patrick Soderlund prinzipiell sehr angetan von dem Konzept und Nintendos unkonventioneller Herangehensweise. Dennoch werde man abwarten, wie sich die Plattform entwickelt, bevor man weitere Investitionen tätigt. EA hat unter anderem einige "Star Wars"-Games, "Mass Effect Andromeda" und weitere "Need for Speed"- und "Battlefield"-Spiele in Arbeit. "Wir haben jetzt nichts weiter (für die Switch) anzukündigen, aber sollte die Konsole erfolgreich sein, werden wir da sein."

Eine ähnliche Strategie scheinen Ubisoft, Take-Two und Bethesda zu verfolgen. So kündigte Ubisoft neben dem Extremsporttitel "Steep" das Tanzspiel "Just Dance 2017" und eine Portierung des Platformers "Rayman Legends" an – aktuell erscheinende Blockbuster wie "For Honor" oder "Ghost Recon Wildlands" jedoch nicht. Take-Two wiederum stellte das Basketballspiel "NBA 2K18" in Aussicht, zu Hits wie "GTA 5" oder "Red Dead Redemption 2" gab es hingegen keine Informationen. Und Bethesda portiert das 2011 erschienene Rollenspiel "Skyrim" für die Switch, neuere Werke wie "Fallout 4" oder "Prey" aber nicht.

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Schwache Hardware

Höfliche Wortmeldung zur Switch gibt es auch von Seiten des "Resident Evil 7"-Produzenten Masachika Kawata, der gegenüber der Seite Express. "Ich denke, es ist eine sehr einzigartige Hardware. Ich freue mich auf auf die Möglichkeiten des Systems, aber wir haben derzeit keine Pläne bezüglich 'Resident Evil 7' für die Switch", so Kawata. Die Zukunft sei jedoch nicht in Stein gemeißelt.

Mohammad Alavi, Senior-Designer des Hit-Shooters "Titanfall 2" findet klarere Worte. In einem heiteren Interview mit dem Youtube-Channel Drunk Tech Review erklärte der Designer, dass er keine breite Unterstützung für die Switch durch Dritthersteller erwartet. dafür sei "die Hardware zu schwach", was eine Portierung von Xbox One- oder PS4-Titeln wohl erschweren dürfte. "Verdammt nein! Nein, man wird nicht in der Lage sein, 'Titanfall 2' auf die Switch zu bringen."

Die Chancen, dass die populäre Coop-Shooterserie "Borderlands" bzw. "Borderlands 3" auf die Switch kommt, stehen ebenfalls nicht gut. "Ich rechne nicht damit. Wir haben mit Nintendo gesprochen, aber die Gespräche wurden eingestellt. Sie haben andere Prioritäten", erklärt Studiochef Randy Pitchford über Twitter.

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    foto: apa/afp/kazuhiro nogi
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