Trump-Beraterin sprach von "alternativen Fakten" zu Besucherzahl

23. Jänner 2017, 07:32
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Luftaufnahmen zeigten eindeutig geringere Teilnehmerzahl bei Trumps Angelobung als bei der von Obama im Jahr 2009

Washington – Im Streit über die Zahl der Teilnehmer bei der Vereidigung von Donald Trump hat seine Beraterin die umstrittenen Angaben des neuen US-Präsidialamtssprechers verteidigt. "Wir sehen uns genötigt, reinen Tisch zu machen und alternative Fakten zu präsentieren", sagte Kellyanne Conway dem Sender NBC am Sonntag. Sie antwortete damit auf die Frage eines Journalisten, warum Sprecher Sean Spicer offenbar nachweislich falsche Angaben zur Teilnehmerzahl gemacht habe. Der NBC-Journalist stellte nach der Antwort Conways klar: "Alternative Fakten sind keine Fakten, sondern Unwahrheiten."

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Die Aussage zu "alternative facts" findet sich ab etwa Minute 2:00.

Weniger Besucher als bei Obama-Angelobung

Luftaufnahmen hatten gezeigt, dass die Menschenmenge am Freitag kleiner war als die bei der Vereidigung von Barack Obama 2009. Spicer hatte den Medien anschließend falsche Berichterstattung vorgeworfen und erklärt: "Dies war das größte Publikum, das je bei einer Vereidigung dabei war. Punkt."

Links im Bild die Teilnehmer bei der Angelobung von Donald Trump, rechts im Bild jene von Barack Obama im Jahr 2009.

Wie schon zuvor Spicer kritisierte Conway ihrerseits einen Medienbericht, demzufolge eine Büste des US-Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. nach Trumps Amtsantritt aus dem Oval Office entfernt worden sei. Der Bericht war kurz nach der Veröffentlichung am Freitagabend als falsch zurückgezogen worden.

Trump will Nafta neu verhandeln

Trump wird nach Informationen des Senders NBC noch am Montag Erlasse über die Neuverhandlung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta und zur Aufkündigung des Abkommens über die Transpazifische Partnerschaft (TPP) unterzeichnen. Beides hatte Trump bereits angekündigt.

Verfassungrechtler wollen Trump klagen

Am Sonntag wurde bekannt, dass US-Verfassungsrechtler eine Klage gegen Präsident Donald Trump im Zusammenhang mit seinen Geschäftsinteressen einreichen wollen. Sie werfen dem neuen Staatsoberhaupt vor, dass Einkünfte seiner Hotels und anderer Geschäfte gegen eine Klausel verstoßen, wonach Amtsträger keine Geschenke oder Nebeneinkünfte von ausländischen Regierungen annehmen dürfen, berichtete die "New York Times" am Sonntag.

Die liberale Überwachungsorganisation fürchtet demnach Einflussnahme ausländischer Mächte auf die US-Politik. Präsidentensohn Eric Trump, der dem Familiengeschäft als Vizepräsident vorsteht, wehrte sich gegen die Vorwürfe. "Das ist reine Schikane zu politischen Zwecken, und, ehrlich gesagt, finde ich das sehr, sehr traurig", sagte er in einem Interview am Sonntag. (APA/Reuters, 23.1.2017)

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