"Tatort" aus Wien mit Eisner und Fellner: Schick oder Schock?

Ansichtssache22. Jänner 2017, 19:30
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Wien – Ein angekündigter Mord beschäftigte die Kommissare Moritz Eisner und Bibi Fellner – sehenswert und realistisch, sagen die einen. Zu konstruiert, zu langweilig, meinen die anderen. Wie sehen Sie die "Wacht am Rhein" (Sonntag, 20.15 Uhr, ORF 2 und ARD)? Hier gibt's dazu das Etatort-Forum:

foto: orf / hubert mican

"Weniger wäre mehr gewesen"

Stefan Weiss findet im STANDARD-TV-Tagebuch interessant, dass Autor und Regisseur Rupert Henning "thematisiert, wodurch sich ein möglicher Aufstand der Ausgebildeten vom Terror der RAF unterscheiden könnte: individualistischer, nach innen gerichtet und dabei via Internet gleichzeitig nach außen projiziert. Schade nur, dass die Schauspielleistungen – mit wenigen Ausnahmen – zu wünschen übrig lassen und holprige Dialoge oft ins Pathos driften. Weniger wäre mehr gewesen."

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foto: orf / hubert mican

"Theatralische Kulisse"

Christian Buß sieht auf spiegel.de ein "Grundproblem" dieser "Tatort"-Folge: "Er will ganz nah bei den jungen Menschen sein und überhöht sie doch zu tragischen Opfern eines unmenschlichen Bildungs- und Beschleunigungssystems; er will das studentische Milieu ganz authentisch zeichnen und verwandelt es doch in eine theatralische Kulisse fürs große Sinnkrisenschauspiel."

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"Bitte mehr"

Kristin Lopau hat auf zeit.de zwar Einwände: "Ulrike Beimpold als Kriminalpsychologin Lisa Aichinger wirkt laienhaft in der Rolle. Ein Schlagabtausch auf Augenhöhe mit der Soziologin Sarah Adler (Mercedes Echerer) hätte den Tatort perfektioniert. Caroline Peters hätte ich in dieser Rolle gern gesehen, sie hat ja in 'Mord mit Aussicht' momentan nicht viel zu tun." Im Großen und Ganzen ist sie aber sehr zufrieden: "Dieser Tatort ist ein perfektes Katz-und-Maus-Spiel und behandelt ein interessantes Thema auf intelligente Weise. Ich bin begeistert, bitte mehr von solchen 'Tatorten'!"

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"Warme Charismatiker"

"Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) bleiben zwei warme Charismatiker. Aber ihre Erörterungen, von welcher Beschaffenheit genau eigentlich jene Kacke ist, die so ein Korinthenkacker absetzt, bremsen den Drive einer Geschichte, die mehr Potenzial gehabt hätte", schreibt Holger Gertz auf sueddeutsche.de. (red, 15.1.2017)

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