Wusch! Peng! Trump!

Einserkastl22. Jänner 2017, 19:35
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Literaturprofessor McWhorter attestiert dem "semi-artikulierten" Neopräsidenten das Ausdrucksvermögen eines Zwölfjährigen, der etwas sagen möchte, sprachlich aber immer leicht danebenhaut

Einer, der bei Donald Trumps Inaugurationsrede besonders gut zugehört hat, ist der Literaturprofessor John McWhorter von der Columbia University. McWhorter ist ein höflicher Mann, er relativiert seine Analyse von Trumps Rede in der "New York Times" mit der Bemerkung, auch intelligente Menschen würden sich manchmal wundern, wenn man aufnähme und analysierte, welch grammatikalisch abwegigen Pofel sie daherreden, wenn der Tag lang ist.

Damit ist aber Schluss mit der Freundlichkeit. McWhorter attestiert dem "plump artikulierenden" Neopräsidenten das Ausdrucksvermögen eines Zwölfjährigen, der etwas sagen möchte, sprachlich aber immer leicht danebenhaut, einen "bellenden Stil", einen "Saloon-Stil" usf.

Rabiatpopulistische Rhetorik, nicht nur von Trump

Dass sich Politregression als Sprachregression artikuliert, ist kein Wunder. Und Trumps Wählern dürfte es herzlich egal sein, ob ihr Präsident seine Reden mit erlesenen Fremdwörtern trüffelt oder nicht. Wenn sie am eigenen Leib ganz anderes erfahren, könnte man sie auch mit den gewähltesten Worten nicht davon überzeugen,dass Globalisierung ein Segen und eine Gnade sei.

Solange die Wut der Verlierer anhält, werden wir uns noch massenhaft rabiatpopulistische Rhetorik anhören müssen, und nicht nur von Trump. Wer weiß, vielleicht geht es noch tiefer, und wir landen beim Einwortsatz als dominantem Politredemodell: Wusch! Würg! Zappadong! Peng! Lassen wir uns doch überraschen. (Christoph Winder, 22.1.2017)

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