Mehr als 20 Tote bei Anschlag auf Gemüsemarkt im Nordwesten Pakistans

22. Jänner 2017, 14:27
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Dutzende Menschen bei Anschlag nahe der Grenze zu Afghanistan verletzt

Peshawar – Bei einem Bombenanschlag auf einen Markt im unruhigen Nordwesten Pakistans sind mehr als 20 Menschen getötet und 90 weitere verletzt worden. Die Zahl der Todesopfer sei auf 24 gestiegen, sagte ein örtlicher Behördenvertreter am Sonntag.

Der Sprengsatz war am Samstag auf einem belebten Gemüsemarkt in der Stadt Parachinar explodiert. Zu der Tat in dem Schiitengebiet bekannten sich sunnitische Aufständische.

Nachdem zunächst von 20 Todesopfern die Rede gewesen sei, seien vier weitere Menschen ihren Verletzungen erlegen, sagte Naseerullah Khan von der örtlichen Verwaltung der Nachrichtenagentur AFP. Es gebe 90 Verletzte. Die Polizei bestätigte die neue Opferzahl. Nach Angaben des Militärs wurde ein Teil der Verletzten in Krankenhäuser in Peshawar gebracht.

Nach Behördenangaben wurde der Anschlag mit einem selbst gebauten Sprengsatz verübt, der in einer Gemüsekiste versteckt war. Videoaufnahmen vom Anschlagsort zeigten, wie Menschen panisch schreiend versuchen, von dem Markt in Parachinar zu fliehen. Auf denselben Markt war bereits im Dezember 2015 ein Anschlag verübt worden. Damals starben mehr als 20 Menschen, mehr als 30 weitere wurden verletzt.

Parachinar ist die Hauptstadt des an der Grenze zu Afghanistan gelegenen Bezirks Kurram. Dort leben hauptsächlich Schiiten. Der Bezirk in den unwegsamen halbautonomen Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan ist bekannt für Zusammenstöße zwischen Sunniten und Schiiten, die rund ein Fünftel der 200 Millionen Einwohner Pakistans ausmachen. Bei Angriffen und Anschlägen islamistischer Gruppen wurden in den vergangenen Jahren in Pakistan tausende Zivilisten und Sicherheitskräfte getötet.

In einem Telefonanruf bei AFP bekannte sich die Abspaltung Hakimullah Mehsud der sunnitisch-islamistischen Untergrundorganisation Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) zu dem Anschlag. Sie kündigte weitere Anschläge an, wenn Schiiten weiterhin den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad im Bürgerkrieg in seinem Land unterstützten. (APA, 22.1.2017)

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