Papst warnt vor Populismus

22. Jänner 2017, 13:10
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Als warnendes Beispiel nannte der Jesuit das Naziregime im Deutschland der 1930er-Jahre

Papst Franziskus gibt dem neuen US-Präsidenten eine Bewährungschance: "Warten wir ab, was er macht, und danach wird bewertet", sagte das Oberhaupt der Katholischen Kirche in einem Interview mit der spanischen Zeitung "El Pais" (Sonntag). Zugleich warnt er aber vor Gefahren.

In Krisenzeiten suchten die Völker oft nach "Rettern", die sie "mit Mauern und Stacheldraht vor anderen Völkern" beschützen, "die uns unsere Identität nehmen könnten", so der Papst. Er halte das für "sehr schlimm".

Als warnendes Beispiel nannte der Jesuit das Naziregime im Deutschland der 1930er-Jahre. "(Adolf) Hitler hat nicht die Macht gestohlen. Er wurde von seinem Volk gewählt und danach hat er sein Volk zerstört", sagte der Papst und fügte an: "Darin liegt die Gefahr. Das Urteilsvermögen funktioniert in Krisenzeiten nicht."

Daher sei Dialog in solchen Zeiten sehr wichtig. Der Papst kritisierte zudem die Tatsache, "dass eine kleine Gruppe der Menschheit mehr als 80 Prozent aller Reichtümer hat". Im Zentrum des Wirtschaftssystems stehe "der Gott des Geldes", klagte er. (APA, 22.1.2017)

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