Montag Verhandlungsstart in Astana: Suche nach Frieden für Syrien

22. Jänner 2017, 15:21
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Der Argwohn zwischen syrischer Regierung und Rebellen ist riesig – elf Tote bei Anschlag

Damaskus – Vertreter der syrischen Opposition sind zu Verhandlungen in der kasachischen Hauptstadt Astana eingetroffen. Die Oppositionsgruppen werden von Mohammed Allush angeführt, wie die Agentur Interfax am Sonntag unter Berufung auf Diplomatenkreise berichtete. Allush, der der einflussreichen Jaish al-Islam angehört, hatte die Opposition bereits bei den Verhandlungen in Genf im vergangenen Jahr vertreten.

Die radikal islamische Gruppe Ahrar al-Sham hat eine Teilnahme der Gespräche abgelehnt. Das Treffen zwischen Regierung und Opposition in Astana soll am Montag beginnen und zwei Tage dauern. Im Fokus sollen dabei die Verhandlungen über eine Waffenruhe für das Bürgerkriegsland stehen. Eine derzeit geltende Feuerpause ist brüchig, jedoch die Hauptvoraussetzung für die Opposition, mit Gesprächen für eine politische Lösung in Syrien zu beginnen.

Russland und die Türkei haben die Konferenz initiiert; der Iran hatte jedoch eine Teilnahme der USA bis zuletzt kritisiert. Die USA ist mit ihrem kasachischen Botschafter als Beobachter bei den Gesprächen vertreten. Präsident Donald Trump schickte keine eigene Delegation.

Vertreter Russlands, der Türkei und des Iran trafen sich nach Angaben russischer Medien bereits zu ersten Gesprächen am Sonntag. Details zu diesen Verhandlungen wurden nicht bekannt.

Gewalt am Wochenende

Am Wochenende ging die Gewalt in dem Bürgerkriegsland vereinzelt weiter. Bei einem Autobombenanschlag am Rande des syrischen Flüchtlingslagers Rukban in der Nähe der Grenze zu Jordanien wurden nach Angaben von Aktivisten mindestens elf Menschen getötet. Dutzende weitere Menschen seien verletzt worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.

In Rukban leben schätzungsweise 70.000 Flüchtlinge im Niemandsland zwischen Syrien und Jordanien in der Wüste. Jordanien hatte das Gebiet im vergangenen Juni zu einer Militärzone erklärt und die Grenzen geschlossen, nachdem Attentäter des Islamischen Staates einen Anschlag auf jordanische Sicherheitskräfte in der Nähe des Lagers verübt hatten. In der Vergangenheit hatte es bereits mehrere Anschläge in dem Lager gegeben.(APA, 22.1.2017)

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