Trump droht Medien: "Werden euch zur Rechenschaft ziehen"

22. Jänner 2017, 10:46
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Präsident droht Redaktionen Konsequenzen an, weil sie falschen Eindruck über Zahl der Anwesenden bei der Angelobung vermittelt hätten

US-Präsident Donald Trump hat den US-Medien mit Konsequenzen gedroht, weil sie über die Angelobung am Freitag "unehrlich" berichtet hätten.

Er warf den Redaktionen vor, absichtlich falsche Angaben über die Besuchermenge bei seiner Vereidigung am Freitag verbreitet zu haben.

Trump bezog sich dabei unter anderem auf Tweets, in denen ein Bild vom Publikumsandrang bei seiner Amtseinführung neben eine Aufnahme von den Zuschauern bei der Vereidigung seines Vorgängers Barack Obama gestellt worden war. Das Foto von der Trump-Vereidigung zeigte eine leere Fläche, die auf dem vergleichenden Bild voll besetzt war.

Keine Fragen erlaubt

Die Presse habe den Eindruck erwecken wollen, dass deutlich weniger Menschen zur Amtseinführung in Washington gekommen seien, als dies der Fall gewesen sei, sagte Spicer am Samstagabend.

"Dies war das größte Publikum, das je bei einer Vereidigung dabei war. Punkt." Spicer kritisierte insbesondere, dass Fotos auf Twitter eingestellt worden seien, die große leere Flächen auf dem Parkstreifen vor dem Kapitol zeigten, wo Trump am Freitag den Amtseid ablegte. "Solche Versuche, den Enthusiasmus über die Vereidigung zu mindern, sind beschämend und falsch." In den Medien werde viel darüber geredet, dass es eine Pflicht gebe, Trump zur Rechenschaft zu ziehen. "Ich bin hier, um Ihnen zu sagen, dass das für beide Seiten gilt. Wir werden die Presse ebenso zur Verantwortung ziehen."

Spicer ließ keine Fragen der Journalisten zu. Er äußerte sich, nachdem am Samstag mehr Teilnehmer zu einer Demonstration von Frauen gegen Trump gekommen waren, als erwartet.

Luftaufnahmen zeigen, dass sich am Freitag deutlich weniger Menschen auf dem Washington Mall versammelten als bei der Amtseinführung von Trumps Vorgänger Barack Obama vor acht Jahren. Nach Behördenschätzungen kamen damals 1,8 Millionen Zuschauer, so viele wie noch nie. Zu den Teilnehmerzahlen in diesem Jahr lägen keine Zahlen vor, sagte Spicer. Der für 720.000 Menschen vorgesehene Platz sei aber voll gewesen, als Trump seinen Eid abgelegt habe.

Laut Statistiken der Washingtoner Verkehrsbetriebe nutzten 2017 eine Stunde, bevor der Amtseid abgenommen wurde, allerdings deutlich weniger Menschen die U-Bahn als 2009: Während dieses Jahr um 11.00 Uhr 193.000 Fahrgäste in die Bahnen der Hauptstadt strömten, waren es 2009 zur gleichen Uhrzeit 513.000. Am Samstag zum Zeitpunkt des Frauen-Marsches seien es um 11.00 Uhr 275.000 Fahrgäste gewesen. (red, APA, 21.1.2017)

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