Dutzende Tote bei Gelbfieber-Ausbruch in Brasilien

21. Jänner 2017, 16:19
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Bis zu 71 Todesfälle durch Virusinfektion

Rio de Janeiro – Unter einem Gelbfieber-Ausbruch leidet zur Zeit Brasilien. Rund ein Jahr nach der landesweiten Zika-Epidemie ist erneut besonders der Bundesstaat Minas Gerais betroffen. Das dortige Gesundheitsministerium habe in den letzten Wochen 272 Gelbfieber-Verdachtsfälle registriert, bis zu 71 Todesfälle seien auf die Virusinfektion zurückzuführen, berichtete das Portal "Folha de S. Paulo".

25 der Betroffenen sind demnach definitiv an der von der Moskitoart Aedes aegypti übertragenen Infektion gestorben, wie Laboruntersuchungen ergaben. Mehr als zwei Millionen zusätzlich bereitgestellte Impfdosen sollen eine weitere Ausbreitung verhindern helfen.

60.000 Tote pro Jahr

Gelbfieber tritt in tropischen Gebieten auf beiden Seiten des Atlantiks auf. In Südamerika sind besonders Bolivien, Brasilien, Ecuador, Kolumbien und Peru betroffen. Weltweit gibt es nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich bis zu 200.000 Erkrankungs- und 60.000 Sterbefälle, die meisten davon in Afrika. Schon seit langem steht eine Impfung zur Verfügung, die für zahlreiche Länder empfohlen oder sogar bei der Einreise vorgeschrieben ist.

In den letzten Jahren hatte es kaum Gelbfieber-Fälle gegeben im fünftgrößten Land der Welt, das unter einer starken Ausbreitung von Aedes aegypti in den feuchtheißen Sommermonaten leidet. Im Vorjahr hatten sich nach Schätzungen bis zu 1,5 Millionen Menschen in Brasilien mit dem ebenfalls von diesen Mücken übertragenen Zika-Virus angesteckt, das bei schwangeren Frauen schwere Schädelfehlbildungen (Microzephalie) beim Embryo verursachen kann. In diesem Jahr sind die Infektionszahlen stark zurückgegangen. Dies könnte damit zusammenhängen, dass einmal Infizierte als immun gegen eine erneute Zika-Ansteckung gelten.

Gelbfieber-Infektionen sind in zwei Phasen gegliedert: Nach einer Inkubationszeit von drei bis sechs Tagen treten zunächst allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit auf. Bei der Mehrzahl der Patienten schließt daran die Genesung an. In einigen Fällen folgt nach kurzer Besserung jedoch eine zweite Fieberperiode mit Blutungen, Erbrechen und Organschäden. Zu den typischen Zeichen zählt auch die Gelbsucht. Weiters können Krämpfe sowie Verwirrtheit die Krankheit begleiten. Bei schweren Formen von Gelbfieber sterben zehn bis 50 Prozent der Erkrankten. (APA, 21.1.2017)

  • Zehntausende sterben am Gelbfieber, die Impfung würde dies verhindern.
    foto: apa/afp/magno

    Zehntausende sterben am Gelbfieber, die Impfung würde dies verhindern.

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