Parade und Demonstrationen: Impressionen aus Washington

Ansichtssache20. Jänner 2017, 23:34
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Die wohl wichtigste Demokratie der Welt feiert ihr Hochamt: Donald Trump hat vor dem festlich geschmückten Kapitol in Washington seinen Amtseid abgeleistet und übernimmt den Staffelstab von Barack Obama. Der 45. Präsident der Vereinigten Staaten ist im Amt – und alles soll anders werden. Daran lässt Trump keinerlei Zweifel.

Seine Rede wird Musik in den Ohren seiner Anhänger sein, für seine Kritiker bestätigt sie alle tiefen Sorgen. "Er wird sehr wertvolle Dienste leisten. Wir werden erkennen, dass man niemals Hass und Missgunst wählen darf", sagt Kohn, ein junger Schwarzer aus dem Osten Washingtons, der im Publikum 200 Meter vor den Stufen des Kapitols steht.

"Amerika zuerst!", ruft Trump, sogar zwei mal hintereinander. Alles soll sich dem beugen, in der Wirtschaft und der Außenpolitik. Ja, Amerika wolle ein Vorbild sein. Aber Nationen hätten das Recht, zuerst an sich zu denken. Das klingt nicht nach Bündnissen und internationalem Gemeinsinn, sondern nach einer Rückbesinnung. Trump ist da ganz konsequent, er hat auch im Wahlkampf keine anderen Botschaften verbreitet. Just in dem Moment, als er zu reden beginnt, setzt in Washington Regen ein.

Trumps Rede ist ein 16 Minuten langer Schlussstrich unter das Amerika Obamas, auch wenn er seinem Vorgänger höflich dankte. "Amerika wird wieder gewinnen. Wir werden unsere Jobs zurückbringen. Wir werden uns unsere Grenzen zurückholen. Wir werden unseren Wohlstand zurückbringen. Wir werden unsere Träume zurückbringen." Man solle amerikanische Waren kaufen und amerikanische Mitarbeiter einstellen. Die Bemühungen, zur Einigkeit aufzurufen, nur Mittel zum Zweck: "Wenn Amerika vereint ist, dann ist Amerika unaufhaltsam."

Angespannt wirkt Trump. Nervös, unruhig. Hinter ihm Melania Trump, im hellblauen Ralph-Lauren-Kleid an Jackie Kennedy erinnernd, fast maskenhaft.

Mit dem Ehemann der 45-Jährigen bekommen die Amerikaner einen politisch Ungehobelten als Präsidenten. Einen Mann, der sein Dasein auf die Tatsache gründet, anders zu sein. In seiner Rede verspricht er mit Wucht, daran nichts zu ändern.

Fast aus dem Nichts hat Trump ein Kabinett zusammengezimmert, eine Mischung aus erfahrenen Haudegen und Seiteneinsteigern. Trump betont, es sei das intelligenteste Kabinett der US-Geschichte, gemessen am IQ. Über die moralische, ethische, fachliche Rechtfertigung sagt das nichts.(Reuters, 20.1.2017)

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