Bundesmuseen verzeichneten 2016 erstmals über 5 Mio. Besucher

20. Jänner 2017, 18:42
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Eine Steigerung um sechs Prozent konnten verzeichnet werden, den größten Zuwachs gab es in den Ausstellungen der ÖNB

Wien (APA) – Erneuter Rekord für die Bundesmuseen: Nach kontinuierlichen Steigerungen in den vergangenen Jahren überschritten die Bundesmuseen und die musealen Bereiche der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB) im Jahr 2016 erstmals die Marke von fünf Millionen Besuchern.

Die heute, Freitag, vom Kulturministerium der APA bekannt gegebenen Besucherzahlen weisen mit 5,271.495 Besuchern eine Steigerung von sechs Prozent im Vergleich zum Jahr 2015 (4,970.449) aus. Um acht Prozent stiegen die Besuche von Kindern und Jugendlichen, deren Anteil an den Gesamtbesucherzahlen rund 22 Prozent beträgt. Somit kamen im Vorjahr 1,143.228 Menschen unter 19 Jahren, für die der Eintritt frei ist, in die Bundesmuseen (2015: 1,054.431). Im Vergleich zum Jahr 2009, dem Jahr vor der Einführung des freien Eintritts für Kinder und Jugendliche, besuchten 2016 rund 54 Prozent mehr Kinder und Jugendliche die Bundesmuseen und die Ausstellungen der ÖNB.

Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) zeigt sich angesichts dieser Zahlen "glücklich und stolz". "Das vielfältige Programm unserer Museen kann sich in der internationalen Kulturlandschaft behaupten." Die Steigerung im Bereich der jungen Besucher sei ein "deutliches Signal".

Die Zahlen im Detail

Das stärkste Besucherplus verzeichnete die ÖNB mit plus 23 Prozent. In die Ausstellungen strömten 2016 355.880 Personen (2015: 288.775), davon 44.770 unter 19-Jährige. Die starke Steigerung führt man in der ÖNB auf die erfolgreiche Schau "Der ewige Kaiser" im Prunksaal zurück, die auch das Besucherplus bei Kindern und Jugendlichen von 20 Prozent mitverantwortet. Einen leichten Rückgang um ein Prozent verzeichneten hingegen die Lesesäle der ÖNB, hier kamen 232.426. Deutlich weniger Andrang gab es im erst 2015 eröffneten Literaturmuseum, das in seinem ersten Jahr noch 18.405 Besucher anlockte und 2016 mit 15.362 Besuchern einen Rückgang von 16,5 Prozent einfuhr.

Über einen Zuwachs von 13 Prozent freute man sich im MAK – Museum für angewandte Kunst, wo 2015 bereits ein Plus von 44 Prozent gegenüber dem Jahr davor verzeichnet wurde. 2016 kamen 182.049 Besucher ins MAK, davon 20.841 Kinder und Jugendliche (plus 27 Prozent). Als Grund wird hier das hohe Interesse an der Ausstellung "Stefan Sagmeister" angegeben.

Einen Anstieg von neun Prozent konnte die Albertina erzielen, die im vergangenen Jahr 707.082 Besucher anlockte, davon 111.799 unter 19-Jährige (plus 17 Prozent). Als Publikumsmagneten fungierten hier die Schauen "Edvard Munch", "Chagall bis Malewitsch" oder "Seurat, Signac, Van Gogh".

Acht Prozent mehr Besucher kamen auch ins Naturhistorische Museum (706.480 Besucher), davon 287.386 Kinder und Jugendliche (plus fünf Prozent). Zurückgeführt wird das gesteigerte Interesse auf die Schau "Wie alles begann".

Auf 1,329.489 Besucher kam das Belvedere, was einem Zuwachs von fünf Prozent entspricht. Davon waren 216.114 Besucher Kinder und Jugendliche (plus 16 Prozent). Somit lockt das bisher von Agnes Husslein geleitete Haus nach dem KHM-Verband die zweitmeisten Besucher an. Interessant ist hier ein Blick auf die Details: Während das Winterpalais zwölf Prozent einbüßte (von 98.205 im Jahr 2015 auf 86.272 Besucher im Jahr 2016), konnten die Zahlen im sonst schwächelnden 21er Haus mehr als verdoppelt werden: Hier kamen im Vorjahr 89.186 Besucher, 2015 waren es 41.461 Besucher gewesen. Das Obere Belvedere konnte seine Besucherzahlen um neun Prozent steigern (auf 805.199), das Untere Belvedere verlor nach starken Zuwächsen 2014 und 2015 zehn Prozent (2016: 348.832).

Um jeweils zwei Prozent mehr Besucher kamen ins Technische Museum (365.633) und in den Museen-Verband des Kunsthistorischen Museums (KHM; 1,416.559 Besucher). Im KHM wuchs der Anteil der unter 19-Jährigen um sieben Prozent auf 235.205, im TMW um vier Prozent auf 195.067. Etwas weniger Besucher als 2015 lockte das Mumok an: Hier kamen 208.323 Besucher, um ein Prozent weniger als im Jahr davor, in dem man einen Besucherrekord verzeichnet hatte. Ein Minus von zwölf Prozent gab es im Mumok bei den unter 19-Jährigen, hier kamen 32.046 (2015: 36.611).

Ein Blick auf die Entwicklung der Anteile der Kinder und Jugendlichen zeigt, dass dieser von 21,2 Prozent der Gesamtbesucherzahl 2015 auf 21,7 Prozent gestiegen ist. Den größten Anteil an jungen Besuchern hat mit Abstand das Technische Museum (53,4 Prozent), gefolgt vom Naturhistorischen Museum (40,7 Prozent). Die wenigsten jungen Besucher im Verhältnis zur Gesamtbesucherzahl lockt trotz einer starken Steigerung das MAK an (11,6 Prozent). Betrug der Anteil von unter 19-jährigen Besuchern im mumok 2015 noch 17,4 Prozent, waren es 2016 nur mehr 15,4 Prozent. Diese machen auch den Rückgang bei den Gesamtbesuchern des mumok aus. Rechnet man die jungen Besucher in beiden Jahren heraus, gab es im mumok ein Besucherplus: 2015 kamen 173.395 erwachsene Besucher, 2016 waren es 176.277, ein Plus von 1,66 Prozent.

Bei den absoluten Zahlen konnte sich der KHM-Verband erneut an der Spitze behaupten, das Belvedere rückt jedoch langsam aber stetig heran. Die Albertina überholte 2016 das Naturhistorische Museum. (APA, 20.1.2017)

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