"Handschuh-Kid": Unglaubliches Wunderkind

24. Jänner 2017, 10:40
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Fantastische Märchenbilderreise um eine gestohlene Kindheit, Verrat, Freundschaft und die Suche nach sich selbst

Wundersam ist ein aus Zeit und Sprache gefallenes Wort, zu bedächtig, zu ehrfürchtig den Dingen ihre Geheimnisse belassend. Doch alles zu erklären ist der Tod jeglichen Zaubers – und der Freude kindlichen Staunens. Es ist ein Wort wie gemacht für Handschuh-Kid: eine Bildergeschichte, die mit den zeichenfederzarten Früchten der Illustratorin Newman und sparsamen Dialogen von einem unglaublichen Wunderkind erzählt.

Mit "zwei" hat der Bub zu komponieren begonnen, jetzt, als "Sechsjähriger", spielt er zwei Stücke zugleich auf dem Klavier, mit jeder Hand ein anderes. Hinter dem Wunder stehen ein ausbeuterischer Impresario und das Geheimnis der Handschuhe von Kid. Mit dem Auftauchen von Shoestring, Seiltänzer und Dieb, ändert sich alles:

Die Buben freunden sich an, ein Fluchtplan wird ausgeführt. Fantasy-Graphic-Novel? Vielmehr eine fantastische Märchenbilderreise um eine gestohlene Kindheit, Verrat, Freundschaft und die Suche nach sich selbst. Das Gegenteil von cool: herzerwärmend. (Helmuth Santler, Album, 20.1.2017)

  • Julie Hunt / Dale Newman, "Handschuh-Kid". € 20,50 / 288 Seiten. Verlag Jacoby & Stuart, Berlin 2016
    cover: jacoby & stuart

    Julie Hunt / Dale Newman, "Handschuh-Kid". € 20,50 / 288 Seiten. Verlag Jacoby & Stuart, Berlin 2016

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