Netflix fühlt sich "groß genug", um ohne Netzneutralität zu bestehen

20. Jänner 2017, 09:46
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Streamingdienst unterstützt Netzneutralität politisch zwar nach wie vor, würde ökonomisch aber auch ohne Gleichbehandlung der Daten bestehen

Im Kampf für die Einhaltung der Netzneutralität galt Netflix bislang als einer der wichtigsten Vorkämpfer. Das Unternehmen lieferte sich zahlreiche Scharmützel mit großen Internetprovidern, die versuchten, die Daten des Videostreaming-Dienstes ungleich zu behandeln. Doch jetzt denkt Netflix, dass es auch ohne Netzneutralität überleben kann.

"Eine Schwächung der Gesetzgebung in diesem Bereich dürfte unseren Profit und unsere Servicequalität nicht beeinträchtigen", sagt Netflix in einem Brief an Investoren. Der Grund dafür: "Wir sind mittlerweile beliebt genug, um unsere Beziehungen zu Providern auf dem jetzigen Level halten zu können."

Wichtiger Vorkämpfer

Netflix denkt, dass Kunden sich lieber einen neuen Provider suchen würden, der Netflix unterstützt, als auf bei ihrem Provider zu bleiben und andere Streaming-Dienste auszuprobieren. Politisch ist Netflix nach wie vor für die strikte Einhaltung der Netzneutralität, der in den USA Ungemach durch die Regierung des US-Präsidenten Donald Trump droht. Nun ist zu befürchten, dass Netflix – vor allem, wenn es nun als wirtschaftlich sehr großer Player mit Providern kooperiert – den Kampf für Netzneutralität nur mehr halbherzig führt. (fsc, 20.1.2017)

  • Netflix unterstützt Netzneutralität nach wie vor, könnte jedoch ohne sie überleben
    foto: reuters/blake

    Netflix unterstützt Netzneutralität nach wie vor, könnte jedoch ohne sie überleben

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