Weitere Häftlingsrevolten in brasilianischem Gefängnis

19. Jänner 2017, 18:56
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Neue Kämpfe zwischen verfeindeten Banden – Gouverneur fordert Einsatz der Armee

Natal – Nach der tödlichen Meuterei in einem Gefängnis im Nordosten Brasiliens ist die Lage in der Haftanstalt weiter außer Kontrolle. Am Donnerstag gab es neue Kämpfe zwischen rivalisierenden Bandenmitgliedern, wie AFP-Reporter berichteten. Der Gouverneur des Bundesstaats Rio Grande do Norte forderte die sofortige Unterstützung der Armee an.

Die Häftlinge gingen mit Steinen und Stöcken aufeinander los. Die Polizei feuerte von der Gefängnismauer aus Gummigeschoße ab, um die verfeindeten Gruppen auseinanderzutreiben.

Das Alcacuz-Gefängnis liegt nahe der Stadt Natal. Am Wochenende waren bei Kämpfen zwischen inhaftierten Mitgliedern verfeindeter Drogenbanden 26 Häftlinge getötet worden. Die meisten von ihnen wurden enthauptet. Am Mittwoch drangen Elitepolizisten in das Gefängnis ein, um 220 Bandenmitglieder in eine andere Haftanstalt zu bringen.

In der Nacht zum Donnerstag wurden bei Ausschreitungen in der nahegelegenen Stadt Natal und fünf weiteren Ortschaften 21 Busse, sechs Autos und ein Lastwagen in Brand gesetzt, wie ausgesetzt, Behördenkreisen verlautete. Bei einem versuchten Aufstand in einem Gefängnis in der Stadt Caico sei außerdem ein Insasse getötet worden.

Er habe Staatschef Michel Temer darum gebeten, "die sofortige Entsendung" der Streitkräfte nach Natal anzuordnen, sagte Gouverneur Robinson Faria dem Radiosender CBN. Nach seinen Angaben waren die Krawalle in Natal und den anderen Städten Racheakte der rivalisierenden Drogenbanden.

Brasiliens Gefängnisse sind vollkommen überbelegt. Bei Kämpfen zwischen inhaftierten Bandenmitgliedern und Meutereien wurden in den Haftanstalten laut Behördenangaben allein seit Jahresbeginn mehr als 130 Menschen getötet. Die brasilianische Regierung kündigte am Mittwoch einen Militäreinsatz in den von Gewalt betroffenen Gefängnissen an. Demnach sollen tausend Soldaten in den Zellen nach Waffen und Handys suchen. (APA, 19.1.2016)

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