Grippeviren aus dem System bringen

19. Jänner 2017, 17:07
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Jede Grippesaison dieselbe Hoffnung: Es wird mich schon nicht erwischen. Dabei ist Influenza sehr ansteckend. Was man über Viren, ihre Wandelbarkeit und die Infektionsvermeidung wissen sollte

Frage: Warum erkranken nicht alle Menschen an Grippe?

Antwort: Weil sich nicht alle anstecken. Die großen Umschlagplätze sind überall dort, wo Menschen auf engem Raum zusammenkommen, zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln, Kindergärten und Schulen.

Frage: Wie erfolgt die Ansteckung?

Antwort: Durch Tröpfcheninfektion beim Sprechen, Husten oder Niesen. Die Partikel können sich im Umkreis von einem Meter verteilen und schweben eine Zeitlang in der Luft. Werden sie eingeatmet, setzen sie sich in den Atemwegen fest. Man kann sich auch beim Händeschütteln bzw. über Türschnallen anstecken.

Frage: Warum sind Grippewellen immer im Winter?

Antwort: Das ist nicht restlos geklärt. Da man sich vorrangig in Innenräumen aufhält und Heizungsluft die Atemwege austrocknet, haben Viren, die zudem Kälte mögen sollen, leichteres Spiel.

Frage: Warum helfen Antibiotika bei Grippe und Virusinfektionen nicht?

Antwort: Viren haben (im Gegensatz zu Bakterien) keinen eigenen Stoffwechsel und brauchen einen Wirt, um sich zu vermehren. Das Erbgut der Viren baut sich in körpereigene Zellen ein. Antibiotika können deshalb nichts ausrichten, im Gegenteil: Nutzlos verabreicht, tragen sie zur Antibiotikaresistenz bei. Das kann bei einer späteren bakteriellen Infektion lebensgefährlich sein.

Frage: Was sind typische Symptome der "echten" Grippe?

Antwort: Schüttelfrost, Gliederschmerzen, hohes Fieber, Kopfweh, trockener Husten. Und: das Gefühl, richtig krank zu sein.

Frage: Warum ist die Grippe jedes Jahr anders?

Antwort: Das Virus ist wie ein Chamäleon, das abhängig davon, in welchen "Wirten" es sich vermehrt, sein Gewand ändert. Hämagglutinin und Neuraminidase sind die Erkennungsmerkmale. Die WHO beobachtet deren Veränderungen und macht aufgrund der Entwicklungen auf der Südhalbkugel Vorhersagen für die nächste Grippewelle bei uns. Dementsprechend werden Impfstoffe produziert.

Frage: Krank trotz Impfung: warum?

Antwort: Zwei Gründe: Entweder ein grippaler Infekt wird als Influenza fehlinterpretiert. Oder: Das Virus hat sich zwischen WHO-Vorhersage und Impfstoffproduktion gewandelt, oder die WHO-Vorhersagen waren nicht richtig.

Frage: Muss man für einen Impfschutz jedes Jahr zur Impfung, und wäre sie jetzt sinnvoll?

Antwort: Man sollte sich jedes Jahr impfen lassen. Über die Jahre (und die unterschiedlichen Impfstoffe gegen die vielen Influenza-Spielarten) baut sich ein Impfschutz auf, von dem ältere Menschen (die mit höherem Lebensalter ja immer anfälliger werden) besonders profitieren. Optimaler Impfzeitpunkt wäre Ende Oktober. Lässt man sich jetzt impfen, dauert es bis zum vollen Impfschutz zwar bis zu drei Wochen, die Krankheit kann aber milder ausfallen.

Frage: Wann sollte man ins Spital?

Antwort: Bei Atemnot, Kreislaufproblemen, Benommenheit und behandlungsresistentem Fieber. (Karin Pollack, 19.1.2017)

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