Mercedes E 250 T, Hyundai Ioniq, Renault Twingo: Rudi fährt E

26. Jänner 2017, 08:53
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Das STANDARD-Automobil-Team kürt wieder vier ganz persönliche Autos des Jahres. Auch diesmal kein Auswahlkriterium: politische Korrektheit. Man muss die Autos allerdings selbst gefahren sein.

Bevor ich meiner Begeisterung für die neuen Antriebstechnologien freien Lauf lasse, sei nun doch hervorgehoben, welches Auto mir im vergangenen Jahr persönlich am allernächsten gerückt ist.Und da kann ich nur sagen: Ich bin jetzt endlich wirklich reif fürs Mercedesfahren. Denn obwohl ich es immer schon gerne getan habe, wollte sich bisher nie die richtige Stimmung einstellen. Dieses Auto aber passt zu mir: E-Klasse 250 T-Modell.

foto: daimler
Platz 1 für das E-Klasse T-Modell von Mercedes-Benz.

Kombi ist klar, ich bin ein Selbstabholertyp, ein Ikea-Opfer, einer der unmöglich warten kann, bis er etwas geliefert kriegt. Deshalb zwingend: Kombi, denn Limousine geht bei mir gar nicht. Und die Größe des Wagens gaukelt mir vor, dass ich noch immer nicht zu dick bin.

Aber natürlich gibt es auch einen technischen Aspekt: Diese neuen Vierzylinder-Benzinmotoren sind so leise und sparsam und durchzugskräftig, dass es eine Freude ist, damit zu fahren. Er ist auf einem Benzinverbrauchsniveau zu bewegen, das wir vor kurzem noch von Dieseln dieser Größenordnung gewohnt waren, also rund acht Liter auf 100 Kilometer. Selbst mit Hybridtechnik ließe sich bei diesem Auto kaum etwas Besseres erzielen, außer vielleicht im reinen Stadtverkehr.

foto: hyundai
Platz 2 geht an den Hyundai Ioniq mit E-Antrieb.

Zweiter Platz: Hyundai Ioniq Elektro. Dies ist das erste Elektroauto im Preisrahmen der Erschwinglichkeit, das nicht schon nach 20 Kilometern Reichweitenangst auslöst. Die Batterien sind groß genug, dass man auch unter nicht idealen Bedingungen 200 Kilometerweit kommt. Die übrigen Eigenschaften dieses Fahrzeugs sind übrigens völlig unspektakulär normal, so wie wir es gewohnt sind und gerne haben.

Auch die Konkurrenz zieht mit größeren Batterien und einem nicht allzu dramatischen Mehrpreis nach (BMW i3, Renault Zoe etc.). Natürlich soll auch dem Verrückten Platz eingeräumt werden. Dabei überlasse ich die fetten Limousinen und Supersportler gerne den Gelenkigen und Glatzerten im Kollegium. Ich bevorzuge den süßen Wahn der Unterlegenheit.

foto: guido gluschitsch
Der Renault Twingo GT schnappt sich den dritten Platz.

Dritter Platz in meinem Ranking also für den Renault Twingo GT. Macht Spaß wie ein Gokart, dreht durch den engen Wendekreis fast am Hintern um und ist durch vier Türen und umlegbaren Beifahrersitz sehr alltagstauglich. Mir erklärt sich der Twingo in der schärfsten Ausführung in seiner total unfranzösischen Direktheit am leichtesten. (Rudolf Skarics, 26.1.2017)

Nachlese:

E-Klasse T-Modell: Laden mit Glacéhandschuhen

Hyundai Ionic electric: Unscheinbare Sensation

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