Zehn Jahre nach Ermordung: Gedenken an Journalist Hrant Dink in Istanbul

19. Jänner 2017, 14:55
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Hunderte Demonstranten versammelten sich

Istanbul – Am zehnten Jahrestag der Ermordung des armenisch-türkischen Journalisten Hrant Dink haben sich Hunderte Demonstranten in der türkischen Metropole Istanbul versammelt. Die Menschen kamen am Donnerstag zum Gedenken vor der Redaktion der türkisch-armenischen Wochenzeitung "Agos" zusammen, wie Teilnehmer berichteten.

Dink war am 19. Jännerr 2017 vor der "Agos"-Redaktion auf offener Straße erschossen worden. Er war einer der Gründer der türkisch-armenischen Wochenzeitung und von 1996 bis zu seinem Tod ihr Chefredakteur.

Der Journalist hatte sich für die Aussöhnung von Türken und Armeniern stark gemacht. Weil er die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich als "Völkermord" bezeichnete, war er ins Visier türkischer Ultranationalisten geraten. In der Türkei ist die Bezeichnung "Völkermord" ein Tabubruch.

Der zum Zeitpunkt des Mordes minderjährige Attentäter war zu knapp 23 Jahren Gefängnis verurteilt worden, ein Hintermann zu lebenslanger Haft. Da die Hintergründe der Tat noch nicht vollständig aufgeklärt sind, beschäftigt der Fall weiterhin die Gerichte. Unter anderem wird gegen Polizeibeamte ermittelt, die von den Mordplänen gewusst haben sollen. Staatsanwälte beschuldigen Anhänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen, den die Regierung auch für den Putschversuch vom 15. Juli 2016 verantwortlich macht, des Mordes an Hrant Dink. (APA, dpa, 19.1.2017)

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