Kevin Devine & The Goddamn Band: Musik von und für lange Straßen

19. Jänner 2017, 16:51
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Der New Yorker gastiert am Sonntag mit seiner Band im Wiener Chelsea, das Vorprogramm bestreitet Laura Stevenson

Wer einmal mit dem Auto durch die USA gefahren ist, weiß, da können die Straßen lang werden. Immer geradeaus, geradeaus, geradeaus. Das kann man langweilig, im Sinne der Kontemplation beruhigend empfinden oder als aufregend. Kevin Devine hat sich für die Aufregung entschieden. Er gibt mit seiner Goddamn Band ordentlich Gas, wobei sich in den Ergebnissen seiner Kunst das Geradlinige der Straße vor ihm deutlich abbildet. Es ergibt eine forsche Stromlinienförmigkeit aus der Schule des Drei-Akkord-Punks, die stellenweise von Ein-Finger-Tasteninstrumenten ein wenig aufgefettet wird.

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Am kommenden Sonntag gastiert der Mittdreißiger mit seiner Band im Wiener Chelsea. Der Mann aus dem New Yorker Stadtteil Brooklyn betreibt mit seiner Musik Erbmassenpflege von Bands wie den Lemonheads oder ähnlichen Vorläufern, die man vergessen hat. Sympathisch, ein bisserl nerdig, ohne besondere Überraschungen, bisschen harmlos.

Solange sich die Refrains reimen und der Schmäh die Zielgruppe der ewigen Adoleszenten nicht verlässt, ist in dieser Welt alles gut. Der Bart ist gepflegt, das Flanellhemd ungebügelt, die Jeans an den richtigen Stellen löchrig. Schablonenkühl. Im Vorprogramm spielt Laura Stevenson. Die New Yorkerin besucht im Chelsea zwar das Klo gegenüber jenem, auf das Kevin Devine geht, wenn er muss, die musikalischen Vorlieben sind ident. Liz Phair für die Generation Download. (flu, 19.1.2017)

Kevin Devine & The Goddamn Band / Laura Stevenson: 22. 1. Chelsea, 8., Lerchenfeldergürtelbögen 29-32, 21.00

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