Mageninhalt analysiert: Ötzi stärkte sich mit einer Speckjause

19. Jänner 2017, 11:44
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Nanostrukturen und Fettstoffe im Magen Gletschermumie geben Hinweise auf fettes, getrocknetes Fleisch als letzte Mahlzeit

Wien/Bozen – Ötzi, der vor 5.300 Jahren am Tisenjoch an der Grenze zu Österreich ermordet wurde, aß als letzte Mahlzeit Steinbockfleisch. Da sein Bogen unfertig und zum Jagen unbrauchbar war, dürfte das Fleisch nicht frisch gewesen sein: Laut neuesten Forschungsergebnissen handelte es sich womöglich um eine Art steinzeitlichen Speck aus dem heutigen Südtirol, sagte der Mumienspezialist Albert Zink von der Europäischen Akademie (Eurac) in Bozen.

Gemeinsam mit Kollegen hat er die Nanostruktur des Steinbockfleisches aus dem Magen der Gletschermumie untersucht und mit jener von unterschiedlich zubereitetem Fleisch verglichen. Zink:"Getrocknetes und rohes Fleisch behält seine Fasern, so wie wir sie in Ötzis Magen gefunden haben, während diese Strukturen beim Kochen oder Grillen verloren gehen." Wahrscheinlich habe das spätere Opfer also getrocknetes Fleisch mit sich geführt, denn roh wäre es sehr schnell verdorben.

Eine Analyse der Fettstoffe in Ötzis Magen habe außerdem ergeben, dass sie nicht von Käse oder anderen Milchprodukten stammen (wie von manchen Forschern spekuliert wurde), sondern fleischlichen Ursprungs sind. "Er hat wohl zuletzt sehr fettes, getrocknetes Fleisch gegessen, vielleicht eine Art Speck", so Zink. Da Ötzi von der Südtiroler Seite aufgestiegen war, stammte der Proviant höchstwahrscheinlich von dort. (APA, 19.1.2017)

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