Spielhersteller drohte Journalisten bei schlechten Wertungen mit Blacklisting

19. Jänner 2017, 10:07
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Entwickler des Horror-Shooters "Dead Effect 2" halste sich damit einen Shitstorm auf

Das tschechische Indie-Studio BadFly ist aufgrund umstrittener Praktiken bezüglich der Vergabe von Rezensionsexemplaren ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Der Entwickler des Sci-Fi-Horror-Shooters "Dead Effect 2" hatte Rezensenten damit gedroht, sie bei zukünftigen Games nicht mehr mit Review-Codes zu beliefern, sollten sie "sehr negative" Tests zum Shooter herausbringen. Die kanadische Seite COGconnected brachte mit der Veröffentlichung des besagten Schreibens, das zusammen mit den Rezensionsmustern verschickt wurde, den Fall ans Licht und löste damit einen regelrechten Shitstorm gegen die Hersteller aus. "Dead Effect 2" kam dieser Tage für Xbox One und PS4 auf den Markt, die PC-Version ist seit Mai 2016 über Steam erhältlich.

"Wir haben es versaut"

"Wir arbeiten an mehreren anderen Games, die definitiv interessant sind und sollte Ihr Review oder Preview zu 'Dead Effect 2' sehr negativ sein, werden Sie von uns in Zukunft keine Keys mehr erhalten", lautet die umstrittene Passage.

Nach zunehmender Kritik an den Umgangsformen gestand Badfly-CEO Lubomír Dykast mittlerweile öffentlich ein, damit einen Fehler begangen zu haben. "Wir haben es versaut", heißt es in einer Stellungnahme. "Die Sache ist, uns ist unser Spiel so wichtig. Wir verwirklichen unseren Traum und wir wollen so sehr, dass er ein Erfolg wird", sagt Dykast und ergänzt, dass es im Team keinen Sprecher mit englischer Muttersprache gibt.

badfly interactive
Der Trailer zu "Dead Effect 2"

Lektion gelernt

Dykast nach wollte man mit der Botschaft "unfairen" Rezensionen entgegenwirken. Zuvor schon hätten bereits einige Kritiker das Spiel mit Blockbuster-Produktionen verglichen und an deren Produktionsqualitäten gemessen. Damit können ein Indie-Hersteller wie Badfly jedoch nicht mithalten.

"Worauf wir in unserer Nachricht heraus wollten war, dass man uns als das sieht, was wir sind – ein kleines Indie-Studio", so Dykast. Trotzdem sehe man ein, dass man mit der Androhung den Bogen überspannt hat und es nicht richtig war, so auf Rezensionen Einfluss zu nehmen. "Shitstorm gestartet, Lektion gelernt." (zw, 19.1.2017)

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    foto: dead effect 2
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