Zinsgarantie trifft bei Kunden ins Schwarze

21. Jänner 2017, 10:31
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Vorsorgekasse Fair-Finance garantiert für heuer 0,75 Prozent Ertrag

Wien – Beim Marktstart im Jahr 2010 war das Thema Nachhaltigkeit für Fair-Finance, die jüngste betriebliche Vorsorgekasse Österreichs, fast ein Alleinstellungsmerkmal. Inzwischen hat sich auch der Mitbewerb ein grünes Mascherl ans Revers geheftet, aber Vorstandschef und Gründer Markus Zeilinger hat noch ein weiteres Ass im Ärmel: eine Zinsgarantie. Wohl räumt er ein, dass diese heuer mit 0,75 Prozent eher bescheiden ausfalle. "Aber viele Kunden sprechen auf die Zinsgarantie an", fügt Zeilinger hinzu.

Zuletzt ist bei Fair-Finance diese Zinsgarantie, die für 2015 noch bei 1,75 Prozent gelegen war, der Veranlagungserfolg aber bloß 0,03 Prozent einspielte, tatsächlich schlagend geworden. Dies habe zu Garantieleistungen von rund 70.000 Euro für fast 3000 Anspruchsberechtigte geführt, berichtet Zeilinger. Dabei greift Fair-Finance weder auf zugekaufte Versicherungen noch auf Garantieprodukte in der Veranlagung zurück, sondern füllt den Auszahlungsbetrag auf, sollte dieser unter dem Sollstand gemäß der Zinsgarantie liegen. "Wir tragen das aus Gesellschaftsmitteln", betont der Chef der Vorsorgekasse.

Im Marktdurchschnitt

Im Vorjahr ist die Veranlagung wieder besser gelaufen, am Ende des Jahres stand ein Zuwachs von 2,22 Prozent zu Buche. "Damit sind wir wieder im Marktdurchschnitt", erwartet Zeilinger – wobei ihm die Zahlen des Mitbewerbs noch nicht vorliegen. In den ersten fünf Bestandsjahren konnte Fair-Finance die Marktmittelwerte übertreffen, bevor sie sich 2015 erstmals der durchschnittlichen Performance der Konkurrenz geschlagen geben musste.

"Wir gehen davon aus, dass wir für 2017 zwischen zwei und drei Prozent erzielen werden", wagt Zeilinger einen Ausblick aufs laufende Veranlagungsjahr. Über Euro-Schuldpapiere meint er: "Es wird in Richtung Reduktion des Anleihenkaufprogramms der EZB gehen, aber in moderaten Schritten. Es wird aber zu keinen Verwerfungen kommen." Grundsätzlich positiv betrachtet Zeilinger die Situation für Aktien, schränkt aber mit Blick auf politische und wirtschaftliche Risiken ein: "So wie in den vergangenen zwei Jahren erwarten wir eine hohe Volatilität." Den Ertrag stabilisieren sollen Investitionen in Wohnimmobilien sowie in Mikrofinanz, die Fair-Finance laut Zeilinger als einzige Vorsorgekasse als eigene Anlageklasse definiert hat.

Schwarze Zahlen

Derzeit verwaltet Fair-Finance mit 19 Mitarbeitern ein Gesamtvermögen von 374 Millionen Euro für gut 140.000 Anspruchsberechtigte. Den Marktanteil beziffert Zeilinger mit 4,5 Prozent bei sieben anderen betrieblichen Vorsorgekassen, in die Arbeitgeber ihre Abfertigungsverpflichtungen auslagern und Beiträge von Selbstständigen verwaltet werden. Fair-Finance schreibt seit 2015 schwarze Zahlen, wovon zehn Prozent – Zeiliger erwartet für das Vorjahr 40.000 Euro – den Anspruchsberechtigten zugutekommen. (Alexander Hahn, 19.1.2017)

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