Baggern mit Kopftuch

18. Jänner 2017, 16:40
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Erstmals spielen iranische Volleyballerinnen im Ausland. Maedeh Borhani und Zeinab Giveh haben bei einem bulgarischen Klub unterschrieben

Schumen – Maedeh Borhani (28) und Zeinab Giveh (34) haben es geschafft. Sie sind die ersten Volleyballerinnen aus dem Iran, die im Ausland spielen dürfen. Diesen Monat haben die beiden beim bulgarischen Klub Schumen unterschrieben. Die diesbezüglichen Verhandlungen mit den iranischen Behörden haben Jahre gedauert.

Zwar gab es seit der Wahl Hassan Rohanis zum Präsidenten im Jahr 2013 Versuche, einige der strengen muslimischen Regeln für Frauen im Iran zu lockern. Volleyballspiele von Männern dürfen Frauen aber nach wie vor nicht besuchen.

Burka-Verbot in Bulgarien

Die 90.000-Einwohner-Stadt Schumen im Osten Bulgariens hat eine jahrhunderte-alte muslimische Community. Rund zwölf Prozent der bulgarischen Bevölkerung sind Muslime. Aktuell nimmt die Islamfeindlichkeit in Bulgarien aber zu. Im September hat die Regierung die Gesichtsverschleierung in der Öffentlichkeit verboten.

Borhani und Giveh tragen lediglich Koptuch (Hidschab). Sie sind die ersten Spielerinnen mit Kopftuch in der bulgarischen Liga. "Der Hidschab wird von iranischen Frauen mit Stolz getragen", sagt Borhani.

Der Transfer der beiden Volleyballerinnen könnte richtungsweisend für weitere iranische Sportlerinnen sein. "Ich glaube, es gibt auch andere iranische Spielerinnen, die in Europa spielen könnten", sagt Giveh. (Reuters, rie, 18.1.2017)

  • Die einen tragen Tattoo, die anderen Kopftuch. Zeinab Giveh (links) und Maedeh Borhani (Mitte) beim Training des bulgarischen Volleyballklubs Schumen.
    foto: reuters/stoyan nenov

    Die einen tragen Tattoo, die anderen Kopftuch. Zeinab Giveh (links) und Maedeh Borhani (Mitte) beim Training des bulgarischen Volleyballklubs Schumen.

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