Smarte Fernbedienung soll alle Heimgeräte steuern

22. April 2017, 09:50
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Unterstützt WLAN, Bluetooth und Infrarot und soll automatisch ihr Interface anpassen, wenn auf ein Gerät gezeigt wird

Fernseher, Lautsprecher, Klimaanlage, Lampen, Thermostate – viele Geräte in unserem Alltag lassen sich mittlerweile mit einer Fernbedienung steuern. Allerdings bedeutet dies auch einen wachsenden Berg an Fernsteuerungen und Apps, der Schubläden und den Handyspeicher füllt.

Das US-Start-up Sevenhugs verspricht nun eine Lösung für das Chaos. Seine "Smart Remote" soll die Übernehme über fast jedes Gerät übernehmen können, welches sich drahtlos kontrollieren lässt.

WLAN, Bluetooth, Infrarot

Auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo sammelt man nun Geld für das eigene Produkt, das sowohl mit WLAN (802.11n), Infrarot und Bluetooth (4.1) ausgestattet ist. 25.000 verschiedene Apparate sollen sich damit steuern lassen, wobei Entwicklern künftig die Möglichkeit versprochen wird, über eine offene Schnittstelle weitere Geräte hinzuzufügen.

Komfort wird durch den integrierten Touchscreen versprochen, auf dem sich je nach Bedienziel unterschiedliche Steuerelemente einblenden sollen – etwa Lautstärkebuttons und Fernsehsender bei einem TV-Gerät. Das Konzept möchte man mit einer Funktion namens "Point & Control" erweitern.

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Point & Control

Die Smart Remote soll mit Hilfe von auf neun Achsen operierenden Bewegungssensoren selber erkennen können, auf welches Gerät der Nutzer mit ihr zeigt und dementsprechend automatisch die richtigen Steuerschaltflächen anbieten. Stehen mehrere Geräte knapp nebeneinander, soll man mittels Wischgeste einfach hin und her schalten können. Dies soll allerdings nur innerhalb einer "Smart Zone" funktionieren, die mithilfe eines Raumsensors ein Zimmer ausfüllt. Über diese Sensoren wird auch die Steuerung von nicht-WLAN-fähigen Geräten in der ganzen Wohnung ermöglicht, versprechen die Entwickler.

Per Softwareupdate sollen die Remotes selber außerdem so erweitert werden, dass sie mehrere "Smart Zones" unterstützen. Abseits dieser Zonen soll die Fernbedienung auch funktionieren, das zu steuernde Ziel muss dann jedoch manuell ausgewählt werden. Ende des Jahres sollen die Raumsensoren, von denen drei Stück beigelegt sind, auch separat zugekauft werden können.

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Sonderfunktionen für andere Smart Devices

Weiters verspricht man Sonderfunktionen für bestimmte vernetzte Heimgeräte. Via App sollen sich etwa unterschiedliche Beleuchtungseinstellungen für smarte Lampen abspeichern lassen, die dann über die Fernbedienung durchgeschaltet werden können. Die Smart Remote soll zu zahlreichen Smart Hubs kompatibel sein und auch mit manchen Smartphone-Apps zusammenarbeiten können – etwa zur Bestellung eines Uber-Autos.

Die Smart Remote hat einen kratzgeschützten Bildschirm und läuft mit einem sparsamen Cortex-M4-Prozessor (200 MHz)wird über eine Ladestation mit USB-C-Port aufgeladen. Diese verfügt auch über einen Button, der die Fernbedienung "läuten" lässt, sollte man sie verlegt haben. Eine volle Aufladung soll zwei Stunde dauern und "einige Tage" Verwendung ermöglichen.

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Auslieferung ab Juli geplant

Laut eigener Roadmap verfügt man nach drei Prototypen mittlerweile über Vorproduktionsgeräte, die gerade intern getestet werden. In den kommenden Monaten sollen die Fertigung vorbereitet und Zertifikationen erledigt werden, ehe im Juni die frühesten Unterstützer ihre Fernbedienungen bekommen sollen. Im Juli soll schließlich die Auslieferung an die restlichen Backer anlaufen.

299 Dollar sollen die Geräte schließlich im Handel kosten. Wer über Indiegogo in das Projekt investiert, soll sie für 229 Dollar (rund 215 Euro) erhalten. Die Finanzierungskampagne, die bereits Mitte Dezember zu Ende ging, konnte ihr Ziel von 60.000 Dollar deutlich übertreffen. Mittlerweile hat Sevenhugs bereits über 1,3 Millionen Dollar eingesammelt.

Risikohinweis

Wenngleich das Projekt recht weit fortgeschritten erscheint, gilt auch hier ein Hinweis auf die Risiken des Crowdfundings. Sollte das Projekt doch scheitern, haben Investoren keinen Anspruch auf Rückerstattung. Diese erfolgt nur auf freiwilliger Basis und den Möglichkeiten der jeweiligen Projektbetreiber. Die ausgeschriebenen Produkte verstehen sich als Belohnung für das Investment des Nutzers. (gpi, 22.04.2017)

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