Seit Juli 18.500 Flüchtlinge an Einreise nach Serbien gehindert

18. Jänner 2017, 13:40
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Gleichzeitig 124 Schlepper festgenommen

Belgrad – Seit Juli vergangenen Jahres sind mehr als 18.500 Flüchtlinge an der Einreise nach Serbien gehindert worden. Seitdem an der Grenze des Balkanlandes zu Bulgarien und Mazedonien gemischte Teams aus Militär und Polizei im Einsatz sind, wurden außerdem 124 Schlepper festgenommen, wie ein serbischer Militärsprecher laut Medien am Mittwoch erklärte.

Bei den Schleppern würde es sich mehrheitlich um serbische Bürger handeln, aber auch Bulgaren, Pakistanis, Iraker und Täter aus anderen Ländern seien festgenommen worden, so Jovan Krivokapic gegenüber der Tageszeitung "Blic".

Seit dem 12. Jänner sind an der serbischen Grenze zu Bulgarien auch 20 österreichische Polizisten in der Nähe der südserbischen Stadt Dimitrovgrad im Einsatz. Seit längerem werden die serbischen Sicherheitskräfte auch von ungarischen, slowakischen und tschechischen Polizisten unterstützt. Die anhaltende Kälte hat laut Krivokapic die Zahl der illegalen Grenzüberschreitungen verringert.

Situation weiter kritisch

In Belgrad ist unterdessen die Situation der Flüchtlinge, die im Stadtzentrum in einer aufgelassenen Lagerhalle ohne Wasser, Strom und Heizung ausharren, weiter kritisch. Ihre Zahl, die vor einigen Tagen noch auf rund 2.000 geschätzt worden war, hat sich nach Angaben einer Sprecherin des serbischen Regierungskommissariates für Flüchtlinge auf rund 1.100 verringert. In den vergangenen Tagen wurden zahlreiche Flüchtlinge in staatlichen Aufnahmezentren untergebracht, zuletzt am Dienstag etwa 250 Menschen in Obrenovac, etwa 60 Kilometer südlich von Belgrad, wo eine neue Unterkunft zur Verfügung gestellt wurde.

Insgesamt rund 8.000 Flüchtlinge befinden sich weiterhin in Serbien. Die meisten hoffen auf eine Weiterreise Richtung EU. (APA, 18.1.2017)

  • Serbiens Grenzpolizei bei der Arbeit.
    foto: ap photo/darko vojinovic

    Serbiens Grenzpolizei bei der Arbeit.

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