Rechner für neues Kindergeldkonto online

    18. Jänner 2017, 13:59
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    Das neue System des Kinderbetreuungsgelds startet am 1. März. Es soll mehr Individualität für Familien bringen

    Knapp eineinhalb Monate vor dem Start des Kindergeldkontos ist nun auch ein neuer Rechner online gegangen. Er soll Eltern bei der Entscheidung helfen, wie sie sich die Gesamtsumme von maximal 16.449 Euro (inklusive Partnerschaftsbonus) aufteilen. Außerdem kann der Antrag zum Kinderbetreuungsgeld online mit elektronischer Signatur (Bürgerkarte oder Handysignatur) gestellt werden.

    Statt der vier Pauschalvarianten gibt es ab 1. März ein flexibleres Konto: Es gibt eine fixe Summe, die Bezugsdauer kann zwischen zwölf und 28 Monaten für einen Elternteil beziehungsweise 15,5 und 35 Monaten für beide Elternteile gewählt werden. Zur Grundsumme von bis zu 15.449 Euro kommen noch 1.000 Euro Partnerschaftsbonus, wenn man sich die Betreuung zumindest im Verhältnis 60:40 aufteilt. Neu ist auch, dass Väter im Rahmen der "Familienzeit" (Papamonat) direkt nach der Geburt ihres Kindes zwischen 28 und 31 Tage lang durchgehend zu Hause bleiben können, dafür gibt es 700 Euro. Die Möglichkeit für ein einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld bleibt.

    Ministerin verspricht mehr Wahlfreiheit

    "Das neue Kindergeldkonto bringt mehr Fairness, mehr Transparenz, mehr Wahlfreiheit und mehr Individualität für die Familien", sagt Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP). Um das neue System zu bewerben, hat die Familienministerin nun eine breite Informationskampagne gestartet – mit Video, Printsujets, einer 400 Quadratmeter großen Projektion auf die Ministeriumshauswand, Großplakaten, Freecards und Foldern. Insgesamt kostet die erste Welle der Kampagne rund 200.000 Euro, hieß es bei der Pressekonferenz am Mittwoch.

    Dass der neue Kindergeldrechner etwas spät kommt, bestreitet die Ministerin: Man habe für die Betroffenen seit Monaten Informationen auf der Website und in den Beratungsstellen bereitgestellt. Der Rechner sei ein "Zusatzangebot".

    Kritik kommt auch vom Katholischen Familienverband. "Seit der Einführung vor 15 Jahren wurde das Kinderbetreuungsgeld in der Langvariante um keinen Cent im Wert angepasst, mit dem neuen Kindergeldkonto wurde die Chance, diese Leistungen an die Inflation anzupassen, erneut versäumt", sagt dessen Präsident Alfred Trendl. (APA, red 17.1.2017)

    • Für jeden das Passende soll das neue Kindergeldkonto ermöglichen.
      foto: apa

      Für jeden das Passende soll das neue Kindergeldkonto ermöglichen.

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