Obama auf den Fersen: Zweites Tier nach Donald Trump benannt

18. Jänner 2017, 12:46
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Naturschutzmotive und eine gewisse Ähnlichkeit bewogen einen Biologen, eine Motte Neopalpa donaldtrumpi zu nennen

Washington – Der scheidende US-Präsident Barack Obama ist von Zoologen auf die ihnen typische Weise geehrt worden wie kein anderer: Insgesamt nicht weniger als neun neuentdeckte Spezies wurden nach ihm benannt, vom Fisch bis zum parasitischen Wurm. Damit übertrifft er sogar Theodore Roosevelt (1901-1909), der als Naturliebhaber ökologische Verdienste erworben hatte und entsprechend gewürdigt wurde.

Doch Obamas Nachfolger Donald Trump ist ihm auch auf diesem Gebiet bereits auf den Fersen – und er hat das Amt noch nicht einmal angetreten. Seit kurzem gibt es eine Seeigelart, die den Namen Tetragramma donaldtrumpi trägt. Und nun hat der Evolutionsbiologe Vazrick Nazari auch eine Mottenart nach Trump benannt. Er stieß auf die Spezies, als er die Insektenbestände des Bohart Museum of Entomology der University of California durchforstete.

foto: vazrick nazari
Schuppen sind's, nicht Haare.

Dabei fand er einige Exemplare aus der weltweit vorkommenden Familie der Palpenmotten, die zu keiner der bereits klassifizierten Spezies passten und folgerichtig einer bis dato unbekannten Art angehören mussten. Der Spezies, die grenzüberschreitend in Kalifornien und Mexiko zuhause ist, gab er den Namen Neopalpa donaldtrumpi.

Anlass dafür waren die gelblich-weißen Schuppen am Kopf der ausgewachsenen Motten, die Nazari an Trumps einzigartige Frisur erinnerten. Im Netz wimmelt es ohnehin bereits von Seiten, auf denen die Frisur des angehenden Präsidenten mit den unterschiedlichsten Organismen – von der Raupe bis zum Maiskolben – verglichen wird; nun gibt es einen "Vergleichswert" mehr.

foto: vazrick nazari
Neopalpa donaldtrumpi in voller Pracht.

Allerdings führt Nazari auch einen ernsteren Grund für diese Benennung an: Der Lebensraum der kleinen Motte ist durch die zunehmende Urbanisierung Südkaliforniens in Gefahr. Der Biologe hofft durch den Trump-Namen ein bisschen mediale Aufmerksamkeit auf die Motte und andere Bewohner dieser Region zu lenken, um so auf die Notwendigkeit von Naturschutzmaßnahmen hinzuweisen. (jdo, 18. 1. 2017)

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