255.000 Euro Schaden durch Betrug: Sieben Verdächtige ausgeforscht

18. Jänner 2017, 11:58
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Unter anderem mit organisierter Schwarzarbeit mehrere Firmen sowie Republik Österreich geschädigt – Falsche Identitäten verwendet

Perchtoldsdorf – Nach monatelangen Ermittlungen hat die Polizei sieben Verdächtige ausgeforscht, die Unternehmen und die Republik Österreich um 255.000 Euro geschädigt haben sollen. Die Betrügereien wurden über eine Firma abgewickelt, zwei Bankangestellte sollen als Mittäter agiert haben, teilte die NÖ Polizei am Mittwoch mit. Bisher sind 39 Opfer im In- und Ausland bekannt.

Den Verdächtigen, die angezeigt wurden, wird u.a. schwerer Betrug in 22 Fällen und Fälschung besonders geschützter Urkunden in fünf Fällen vorgeworfen. Sie sollen – zum Teil unter anderen Identitäten – Zahlungsfähigkeit vorgetäuscht und Waren über mehrere Bauhandelsfirmen erworben haben, ohne die Rechnungen zu begleichen. Zudem wird ihnen Schwarzarbeit und Vorenthalten von Dienstnehmerbeiträgen angelastet.

Nach Angaben ehemaliger Arbeiter wurde der Lohn teils auf diversen Baustellen – zum Teil als "Schwarzgeld" – ausgezahlt, später hätten sie keinen Lohn mehr erhalten. Laut Polizei besteht der Verdacht, dass Arbeiter im Wissen eingestellt wurden, dass die Löhne nicht geleistet werden können.

Falsche Identitäten verwendet

Die Ermittlungen der Polizeiinspektion Perchtoldsdorf begannen bereits im Oktober 2015. Ein 54-jähriger Serbe hatte damals bei einer Autofirma in der Gemeinde im Bezirk Mödling, die als Kooperationsbank für ein weiteres Geldinstitut fungiert, mit einem gefälschten tschechischen Personalausweis unter falschem Namen einen Kredit von 34.900 Euro für die Finanzierung eines online inserierten Pkws angesucht. Der Mann, der bei einer Firma als Gesellschafter eingetragen war, hatte zudem unter falschem Namen Konten bei zwei Banken eröffnet.

Im Zuge von Observationsmaßnahmen wurde der 54-Jährige am 4. Dezember 2015 in Wien beim Beheben von Bargeld beobachtet und mit den Vorwürfen konfrontiert. Bei Ermittlungen zur Firma wurde laut Polizei festgestellt, dass diese in weitreichende Wirtschaftsbetrugsdelikte verwickelt war. Bei den Erhebungen wurden u.a. zwei Hausdurchsuchungen und zahlreiche Kontoeröffnungen durchgeführt und 5.000 Euro Bargeld sowie 65.000 Euro auf einem Firmenkonto sichergestellt.

Die sieben Verdächtigen sollen in unterschiedlichen Konstellationen agiert haben. Weitere Erhebungen bezüglich der Wirtschaftsdelikte sind laut Polizei im Laufen. (APA, 18.1.2017)

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