Linkspolitiker Moulopoulos soll griechischen Traditionsverlag retten

18. Jänner 2017, 10:58
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Lambrakis Press Group soll mehr als 200 Millionen Euro Schulden haben

Die Lambrakis Press Group, ein Traditionsverlag der griechischen politischen Mitte, könnte bald ein links orientiertes Medienunternehmen werden. Wie die Verlagsführung am späten Dienstagabend mitteilte, soll der linke Politiker Vassilis Moulopoulos die Chancen für die Rettung des schwer defizitären Verlags sondieren und zur "Lösung der Finanzprobleme" beitragen.

Der Verlag besitzt die Traditionszeitung "Ta Nea", die Sonntagszeitung "To Vima", ein Nachrichtenportal (in.gr) mehrere Zeitschriften und den Nachrichtensender Vima 99,5. Der neue starke Mann im Verlag war bisher Chef der "I Avgi", der Parteizeitung der linken Regierungspartei Syriza, und ist Abgeordneter der regierenden Linkspartei Syriza gewesen.

Anfang Dezember war die Lambrakis-Verlag Zeitung "Ta Nea", erstmals seit 1922 für einen Tag nicht erschienen. Seitdem gab es Notausgaben. Die Journalisten sind seit mehreren Monaten nicht bezahlt worden. Der Verlag soll mehr als 200 Millionen Euro Schulden haben. Zudem muss sich sein bisheriger Besitzer wegen Steuerhinterziehung vor der Justiz verantworten. Diese Probleme nutze die Linkspartei und erpresse den Verleger, warf die Opposition der Regierung vor. Die schwere Finanzkrise hat in den vergangenen Jahren zur Schließung mehrerer griechischer Zeitungen geführt. (APA, 18.1.2017)

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