Kerber müht sich in dritte Runde, Murray locker

18. Jänner 2017, 16:47
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Deutsche muss wieder einen Satz abgeben, Schotte dagegen nur fünf Games

Melbourne – Die Top-Gesetzten Angelique Kerber und Andy Murray haben am Mittwoch die dritte Runde der mit 50,5 Millionen Australischen Dollar dotierten Australian Open erreicht. Während sich Murray beim ersten Tennis-Grand-Slam dieses Jahres gegen den jungen Russen Andrej Rublew mit 6:3,6:0,6:2 problemlos durchsetzte, zeigte Kerber gegen ihre deutsche Landsfrau Carina Witthöft beim 6:2,6:7(3),6:2 Schwächen.

Schon in der ersten Runde hatte Kerber gegen die Ukrainerin Lessia Zurinko kein leichtes Spiel gehabt. In der Runde der letzten 32 trifft Kerber am Freitag entweder auf die an Nummer 27 gesetzte Rumänin Irina-Camelia Begu oder auf die Tschechin Kristyna Pliskova.

Wesentlich souveräner absolvierte die frühere Weltranglistenerste Venus Williams (17.) ihren zweiten Auftritt. Die ein Jahr ältere Schwester von Serena Williams gewann am Mittwoch in Melbourne 6:3, 6:2 gegen Qualifikantin Stefanie Vögele aus der Schweiz.

Die 36-Jährige ist bei ihrer 17. Teilnahme die älteste verbliebene Spielerin im Feld. 2003 hatte Venus Williams das Finale der Australian Open erreicht, war aber ihrer Schwester unterlegen. Diese kämpft in Melbourne um ihren 23. Grand-Slam-Titel, mit dem sie Steffi Graf vom Thron der besten Tennisspielerin aller Zeiten stieße.

77.465 Zuschauer in beiden Sessions bedeuten Rekord im Melbourne Park, in dem Murray zu später Stunde für eine Schrecksekunde sorgte. Der Schotte knickte zu Beginn des dritten Satz gegen den russischen Qualifikanten um und stürzte mit schmerzverzerrtem Gesicht auf den stumpfen Hartplatz. "Es schmerzt ein bisschen, aber es ist nichts Ernstes", sagte er nach dem nur 1:37 Stunden langen Match.

Roger Federer steht ebenfalls in Runde drei, allerdings musste der an Position 17 gesetzte Schweizer beim 7:5, 6:3, 7:6 (7:3)-Sieg gegen den Qualifikanten Noah Rubin (USA) im dritten Durchgang zwei Satzbälle abwehren. "In den entscheidenden Momenten konnte ich mich dann auf meinen Aufschlag verlassen", sagte Federer, der im Match um den Sprung ins Achtelfinale am Freitag auf Tomas Berdych (Nr. 10) trifft.

Gegen den einstigen Wimbledon-Finalisten aus Tschechien hat Federer 16 der bisherigen 22 Duelle gewonnen. Allerdings hat Berdych dem 35-Jährigen bereits schmerzhafte Niederlagen in Wimbledon und bei den US Open zugefügt.

Federer lag gegen den 20-jährigen Rubin im dritten Durchgang mit 2:5 zurück und musste bei eigenem Service zwei Satzbälle abwehren. Der Schweizer hinterließ einen zwiespältigen Eindruck. Auch im zweiten Match nach seiner sechsmonatigen Verletzungspause konnte er nicht verbergen, dass der Rhythmus und die Automatismen noch nicht hundertprozentig stimmen.

Federer könnte in Melbourne der älteste Spieler seit Ken Rosewall (1972) werden, der ein Grand-Slam-Turnier gewinnt. Der Australier hatte vor 45 Jahren im Alter von 37 Jahren und 62 Tagen den Titel bei seinem "Heimspiel" geholt.

Federers Landsmann Stan Wawrinka, Melbourne-Sieger 2014, hatte gegen Steve Johnson (USA) beim 6:3, 6:4, 6:4 keine Probleme. Er steigerte sich gegenüber der Startrunde deutlich, als er das Ausscheiden gegen Martin Klizan nach Breakrückstand im fünften Satz gerade noch abwenden konnte. Wawrinka trifft in der dritten Runde auf den als Nummer 29 gesetzten Serben Viktor Troicki, gegen den er alle sieben bisherigen Begegnungen gewonnen hat.

Für eine Überraschung sorgte der Deutsche Mischa Zverev, der nach einem Marathonmatch über 4:10 Stunden nach der Abwehr von zwei Matchbällen John Isner mit 6:7 (4:7), 6:7 (4:7), 6:4, 7:6 (9:7), 9:7 bezwang. Dem US-Amerikaner reichten auch 33 Asse nicht zum Sieg. Zverev steht erstmals in der dritten Runde von Melbourne.

Nach einem mühsamen Start mit einem Viersatzsieg gegen den Deutschen Jan Lennard Struff will Dominic Thiem in seinem nächsten Duell hellwach sein. Österreichs Tennis-Star kämpft am Margaret Court in der zweiten Partie nach 19.00 Uhr Ortszeit (9:00 MEZ) gegen den Australier Jordan Thompson um den Aufstieg in die dritte Runde.

Das Ziel ist jedenfalls, so wie im vergangenen Jahr in die dritte Runde von Melbourne einzuziehen. Gegen Thompson geht Thiem als Favorit auf den Platz. Der 22-jährige Australier hat am Dienstag erstmals beim Heim-Grand-Slam ein Match gewonnen und erst einmal einen Spieler aus den Top 30 der Weltrangliste geschlagen. "Er serviert sehr gut und ist ein Super-Fighter. Es wird nicht einfach", gab sich Thiem aber zurückhaltend.

Melzer und Oswald im Doppel out

Im Doppelbewerb scheiterten die Österreicher Gerald Melzer und Philipp Oswald mit ihren Partnern schon in der ersten Runde. Melzer verlor mit dem Ukrainer Alexander Dolgopolow gegen die als Nummer fünf gesetzten Spanier Feliciano und Marc Lopez mit 4:6, 6:3, 4:6, Oswald und der US-Amerikaner James Cerretani unterlagen Nicholas Monroe/Artem Sitak (USA/NZL) 3:6, 5:7. (APA, sid, 18.1.2017)

  • Arbeitet sich mühsam vor: Angelique Kerber.
    foto: apa/ap/alangkara

    Arbeitet sich mühsam vor: Angelique Kerber.

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