Obama begnadigt Chelsea Manning

17. Jänner 2017, 22:53
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Whistleblowerin soll im Mai das Gefängnis verlassen können

Der scheidende US-Präsident Barack Obama hat die 35-jährige Haftstrafe für die Whistleblowerin Chelsea Manning verkürzt. Die ehemalige Wikileaks-Informantin solle das Gefängnis am 17. Mai 2017 verlassen dürfen, teilte das Weiße Haus am Dienstag mit.

Die als Mann unter dem Namen Bradley Manning bekannt gewordene Informantin hatte während der Stationierung im Irak hunderttausende Armeedokumente sowie Depeschen der US-Diplomatie von Militärrechnern heruntergeladen und der Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks zugespielt. Nach eigenen Angaben wollte Manning eine öffentliche Debatte über die Kriege in Afghanistan und im Irak anstoßen.

Geschlechtsumwandlung und Suizidversuche

Im Mai 2010 wurde der damalige Obergefreite Manning auf einem Stützpunkt nahe Bagdad festgenommen. Nach der Verurteilung 2013 kündigte Manning an, sich ab sofort Chelsea zu nennen und als Frau leben zu wollen. Im April 2014 genehmigte ein US-Gericht die Namensänderung. Im Februar vergangenen Jahres erlaubte die US-Armee ihr dann auch eine Hormonbehandlung zur Geschlechtsumwandlung.

Die 29-Jährige sitzt im US-Militärgefängnis in Fort Leavenworth, in dem ansonsten nur Männer inhaftiert sind. Manning hat in der Haft bereits zwei Mal versucht, sich das Leben zu nehmen. Einen Hungerstreik gab sie nach Angaben ihres Anwalts im September auf, nachdem ihr für die nähere Zukunft eine Operation zugesagt worden war.

Assange kündigte an, sich ausliefern zu lassen

Um einen Strafnachlass für Manning hatte auch Wikileaks-Gründe Julian Assange vor Kurzem gebeten. Der seit 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London lebende Australier hatte angekündigt, sich im Falle einer Begnadigung durch Obama in die USA ausliefern zu lassen. (APA, red, 17.01.2016)

  • Aktivisten hatten wiederholt die Begnadigung von Chelsea Manning gefordert.
    foto: reuters

    Aktivisten hatten wiederholt die Begnadigung von Chelsea Manning gefordert.

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