Sobotkas weite Welt

Einserkastl17. Jänner 2017, 17:50
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Herablassend und seltsam lächelnd lieferte der Innenminister seine Definition von Freiheit

Niederösterreichische Machtpolitik at its best: Die gab es am Montagabend in der ZiB 2 des ORF zu sehen. Seinen Auftritt feierte da Innenminister Wolfgang Sobotka, ganz Mann von Welt, Wien und Sankt Pölten.

Im dunklen Sakko mit inkludierter Innenjacke (es konnte einem auch wirklich eiskalt werden) gab er Einblick in seine Flüchtlingspolitikideen, verteidigte danach die Rolle des dreifaltigen Pröll (Stifter, Namensgeber, Stiftungsvorstand) und seine eigene bei der Dr.-Erwin-Pröll-Privatstiftung.

Herablassend und seltsam lächelnd (Ist es naiv? Maliziös? Diabolisch?) kündigte er Container-Wartezonen für Asylwerber an – und lieferte seine Definition von Freiheit. Nein, nein, die Leute würden nicht eingesperrt, sondern "sie können sich nur in eine Richtung frei bewegen, und zwar in ihre Heimat zurück". Vielleicht ist Sobotka gar nicht zynisch, sondern glaubt, was er sagt.

Form bewies der Ex-Finanzlandesrat auch beim Thema Stiftung. Alles ganz normal und üblich, etceteraetcetera. "Wir kennen diese Methode, wie immer wieder versucht wurde, den Landeshauptmann anzuschütten, und dann löst sich alles in Luft auf", meinte er, lächelnd diesmal, wie ein beim Kirschenstehlen ertappter Bub. Prölls Rücktritt zeichnete sich da freilich schon sehr ab. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Schade eigentlich, dass Sobotka Pröll nicht beerben will in St. Pölten. Der Mann hat Potenzial für die weite Welt. (Renate Graber, 17.1.2017)

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