Vom Alltag mit humanoiden Maschinen

18. Jänner 2017, 10:56
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Uni-Wien-Diskussion über ein menschliches Leben mit Robotern – Einigkeit über kognitives Leistungsminus des Menschen

Wien – Vorweg die schlechte Nachricht: In bestimmten, klar abgegrenzten Bereichen steht die Künstliche Intelligenz schon über der menschlichen. Über dieses kognitive Leistungsminus der Menschen herrschte am Podium der Diskussion "Wie leben wir in der digitalen Zukunft?" Montagabend an der Universität Wien schon Einigkeit. Der Kognitionswissenschafter Claus Lamm sprach davon genauso wie Keynote-Speaker Wolfgang Wahlster, Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz an der Universität des Saarlandes.

Sie schränkten aber auch ein, dass der Mensch der Maschine in vielen anderen Bereichen noch deutlich überlegen ist, denn es gibt neben der kognitiven ja auch die emotionale, die sensomotorische und die soziale Intelligenz.

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Das Impulsreferat samt Podiumsdiskussion.

Wie viele Arbeitsplätze werden wohl in Zukunft an Roboter verloren gehen? Auch diese Frage wurde in der Abschlussveranstaltung zur Uni-Wien-Semesterfrage diskutiert. Keine, meinte Wahlster, der sogar von einem Zuwachs an Jobs ausgeht. Denn: Überall dort, wo die Robotik im Arbeitsalltag umgesetzt wird, gibt es aus seiner Sicht auch weniger Arbeitslose. Sein Beispiel: Deutschland.

Selbstfahrende Autos und Ängste

Ob er darauf wetten würde, dass es in fünf Jahren noch überall Menschen an Autolenkrädern gebe, wollte Moderator Rainer Schüller, stellvertretender Chefredakteur des STANDARD, von Lamm wissen. Darauf wollte sich der Forscher nicht festlegen.

Robotik führt zu Ängsten, die man nicht belächeln sollte. Deswegen beschäftigen sich zahlreiche Wissenschafter wie die Roboterpsychologin Martina Mara mit Akzeptanzfragen. Sie sagte im Rahmen der Diskussion: "Wo Roboter nur Werkzeuge bleiben, herrscht schon heute Akzeptanz. In anderen Bereichen herrscht aber Angst." Cool ist sie ja schon, die Vorstellung, von Robotern unterstützt zu werden. Ob das nun ein Smartphone ist, das lesen kann, wie vom Start-up Anyline geplant. Oder ein Helferlein im Pflegebereich: Die Soziologin Michaela Pfadenhauer glaubt, dass die Stunde der Servicerobotik geschlagen hat. "Roboter begegnen uns jetzt schon vereinzelt und versuchsweise in Pflegezentren und werden in nicht allzu ferner Zukunft in Spitälern und Privathaushalten anzutreffen sein." Das schrieb sie auch in ihrem User-Kommentar für derStandard.at, wo die Semesterfrage zur digitalen Zukunft in den vergangenen Monaten diskutiert wurde. (red, 18.1.2017)

  • Martina Mara mit einer Flugdrohne: Die Roboterpsychologin befasst sich mit Akzeptanzfragen.
    foto: futurelab

    Martina Mara mit einer Flugdrohne: Die Roboterpsychologin befasst sich mit Akzeptanzfragen.

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