London hält sich lieber an Trump als an Brüssel

17. Jänner 2017, 17:17
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Keine Zustimmung zum Schlussstatement der Nahost-Konferenz

Brüssel/London – Großbritannien hat am Montag beim EU-Außenministerrat in Brüssel verhindert, dass das Schlussstatement der Pariser Nahost-Konferenz von Sonntag angenommen wurde: Die Konferenz, bei der sich die Teilnehmer für eine Zweistaatenlösung zwischen Israel und Palästina aussprachen, hatte britische Vorbehalte hervorgerufen. Außenminister Boris Johnson blieb fern, und London distanzierte sich vom Schlusskommuniqué.

London erklärte seine Position damit, dass Israel die Konferenz ablehne: Das wurde mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, hatte Johnson doch vor kurzem bestätigt, dass die Briten im Dezember intensiv an Uno-Sicherheitsratsresolution 2334, in der unter anderem Israels Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten verurteilt wurde, mitgearbeitet hatten.

Verbeugung vor Trump

Haaretz berichtet, dass europäische Diplomaten im Schritt Londons eine Verbeugung vor dem Willen des zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump sehen, der sich gegen Paris aussprach.

Das Verhältnis zwischen Israel und Großbritannien ist derzeit vom Verdacht belastet, dass Israel direkten Einfluss auf die britische Innenpolitik zu nehmen versuchte: So war ein Video aufgetaucht, auf dem ein israelischer Botschaftsmitarbeiter ankündigte, den Israel-kritischen Staatsminister im Außenministerium, Alan Duncan, "demontieren" zu wollen. (red, 17.1.2017)

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