Intersky-Pleite: Masseverwalter klagt Geschäftspartner

18. Jänner 2017, 08:00
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Geschäfte und Zahlungen knapp vor Konkurseröffnung im Visier – Mehr als 2.700 Gläubiger haben Forderungen angemeldet

Bregenz – Die Pleite der Vorarlberger Regionalfluglinie Intersky hat für drei ehemalige Geschäftspartner des Unternehmens ein juristisches Nachspiel. Masseverwalter Lukas Pfefferkorn hat Anfechtungsklagen mit einem Volumen von mehr als einer Million Euro beim Landesgericht Feldkirchen eingebracht, berichtete die Wirtschaftspresseagentur am Mittwoch.

Es soll um Geschäfte und Zahlungen gehen, die Intersky knapp vor der Konkurseröffnung im November 2015 getätigt hat. Der Masseverwalter hat offenbar den Verdacht, dass es durch diese Transaktionen zu einer Benachteiligung von Gläubigern gekommen ist. Im Falle einer erfolgreichen Klage müssten die Zahlungen rückabgewickelt werden, für die Masse und somit für alle Gläubiger würden also mehr Mittel bereitstehen. Laut dem Bericht prüft Pfefferkorn zudem Klagen im Rahmen der zivilrechtlichen Geschäftsführerhaftung gegen das frühere Management von Intersky. Noch ist aber keine Entscheidung darüber gefallen.

Mehr als 2700 Gläubiger

Im Konkursverfahren haben insgesamt 2.736 Gläubiger Forderungen im Ausmaß von 86,45 Millionen Euro angemeldet. Nur ein kleiner Teil, nämlich 6,8 Millionen Euro wurde allerdings vom Masseverwalter anerkannt, fast 80 Millionen Euro wurden von ihm bestritten, wie das Landesgericht im Oktober des Vorjahres mitteilte. Die größten Forderungsanmeldungen teilten sich auf zwei Gläubiger mit 72 Millionen Euro auf. Von der Intersky-Pleite waren 150 Mitarbeiter betroffen. (red, 18.1.2017)

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