Salim Chreiki: Monolog gegen den Krieg

17. Jänner 2017, 14:51
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Der Syrer hat seine Geschichte im Theatermonolog In der Mitte der Welt festgehalten

In War, Edwin Starrs Protesthymne gegen den Vietnamkrieg, heißt es, dass Krieg nur der Freund des Leichenbestatters sei. Humanistisch orientierte Menschen haben zu allen Zeiten gegen das Schlachten im Namen einer Idee mobilgemacht. Erich Maria Remarque, Ludwig Renn, Arnold Zweig oder Bertha von Suttner – das sind nur einige Namen von Schriftstellern, deren Pazifismus offen in ihren Werken zum Ausdruck kommt.

In diese illustre Runde reiht sich jetzt Salim Chreiki ein. Er arbeitete in seiner Heimat Syrien fast 40 Jahre lang für Theater-, Radio- und TV-Produktionen. Der Bürgerkrieg ließ Chreiki nach Europa fliehen, wo er schließlich in Salzburg landete und seine Arbeit als freier Schauspieler und Dramaturg fortsetzen konnte – unter anderem als Teil des Theater Ecce.

Jetzt hat er seine Geschichte im Theatermonolog In der Mitte der Welt festgehalten: Zu Recht meint der Autor, dass dieser Krieg mehr als "nur" ein Bürgerkrieg sei – schließlich mischen sich geostrategisches und wirtschaftliches Kalkül mit nationalistischen und fundamentalreligiösen Ideologien.

Während Syrien, so Chreiki, früher vielen Flüchtlingen der umliegenden Konfliktherde Schutz geboten habe, kämpfen nun mehr als 80 Nationalitäten in dem vorderasiatischen Staat. Und die Menschen fliehen unter unglaublichen Strapazen aus der "Mitte der Welt", um in Europa wieder Spielball von Politdemagogen zu werden – oder aber wie Chreiki mit offenen Armen aufgenommen zu werden.

Er spricht den arabischen Text, der Schauspieler und Autor Jurij Diez, der aus einer kasachischen Aussiedlerfamilie stammt, die deutsche Version. Nur drei Termine! (dog, 17.1.2017)

19./23./26., Salzburg, Arge Kultur, 0662/84 87 84, 19.30

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