Obersteirer mit gefährlichem multiresistentem Keim infiziert

17. Jänner 2017, 14:50
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Der Erreger ist gegen alle vier Antibiotikaklassen resistent

Bruck an der Mur – Ein Obersteirer ist 2015 an einem gefährlichen multiresistenten Keim erkrankt. Der 59-Jährige will nun prüfen lassen, ob er sich durch einen Behandlungs- oder Hygienefehler bei seinen Operationen in obersteirischen Krankenhäusern angesteckt hat, bestätigte Anwältin Karin Prutsch am Dienstag einen Bericht der "Kleinen Zeitung".

Prutsch schilderte, dass der Diabetiker 2015 wegen einer Beinfraktur ins LKH Bruck eingeliefert worden war. Der Unterschenkel musste ihm im November 2015 amputiert werden, wenige Wochen später auch der Oberschenkel, weil sich eine Sepsis und Wundinfektion gebildet hatte. Im Befund vom 14. Dezember 2015 werde laut der Anwältin eine Infektion mit einem 4MRGN-Erreger festgehalten. Die Abkürzung steht für multiresistente gramnegative Stäbchen mit Resistenz gegen vier der vier Antibiotikaklassen (Penicilline, Cephalosporine, Chinolone und Carbapeneme, Anm.). Aus dem Namen leitet sich auch die Gefährlichkeit ab, denn derzeit gibt es kein Antibiotikum gegen diese Infektion.

Strenge Sicherheitsauflagen

Seit der Diagnose lebe der Patient in Isolation, sagte Prutsch. Zuerst wurde er im Spital und nun auch im Pflegeheim in einem Einzelzimmer betreut. Nur unter strengen Sicherheitsauflagen dürfen Personen zum Patienten. Die Anwältin habe derzeit nur über den Sachwalter des 59-Jährigen Kontakt. Sie will für ihren Mandanten nun herausfinden, ob im Krankenhaus Fehler gemacht wurden. Daher sei noch unklar, ob gerichtlich vorgegangen wird.

Prutsch will eine starke Zunahme von Keiminfektionen bei Patienten beobachtet haben. Eigenen Angaben zufolge werde sie mit immer mehr ähnlich gelagerten Fällen konfrontiert. Einen Fall von 4MRGN-Infektion habe Prutsch aber bisher noch nicht gehabt. Von einem anderen derartigen Fall in Österreich wisse die Anwältin nichts.

Bei der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft KAGes hieß es am Dienstag auf APA-Anfrage, dass keine Auskünfte über Infektionen von Patienten erteilt werden. Sollte dem Krankenhaus eine Schuld nachgewiesen werden, würden aber entsprechende Entschädigungen ins Auge gefasst. (APA, 17.1.2017)

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