Nachrichtenseiten entschuldigen sich für falsche Eilmeldung zum NPD-Verbot

17. Jänner 2017, 13:59
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Medien hatten die vorgetragene Klage für das Urteil gehalten

Berlin/Wien – Am Dienstag berichteten zahlreiche Medien am Vormittag, dass das Bundesverfassungsgericht die rechtsextreme Partei NPD verboten habe und verschickte dazu Eilmeldungen. Das war eine Falschmeldung, das Verfassungsgericht lehnte ein NPD-Verbot ab.

Kurz später korrigierten die Medien, Grund für die Falschmeldungen war ein Missverständnis, der Verbotsantrag wurde zu Beginn noch einmal verlesen, Medien hatten die vorgetragene Klage für das Urteil gehalten. Das Erste, Phoenix, Spiegel Online, Zeit Online, der RTL-Chefkorrespondent, der MDR, die NZZ, Stern.de verschickten falsche Eilmeldungen via Twitter und als Push-Nachricht auf Smartphones, zählt meedia.de auf.

Medien wie "Spiegel Online" und "Zeit Online" bedauern den Fehler. "Wir entschuldigen uns für den Vorfall – und nehmen ihn zum Anlass, unsere Abläufe und Arbeitsweisen zu hinterfragen, damit sich ein solcher Fehler nicht wiederholt", heißt es zum Beispiel auf "Spiegel Online".

Auch "Zeit Online" bedauert den Fehler und will daraus lernen. "So ärgerlich solche Fehler auch sind, versuchen wir doch, aus ihnen zu lernen. Eilmeldungen sind in Zeiten mit vielen großen Nachrichtenlagen bedauerlicherweise auch für uns fast schon zu einem Standard geworden. Wir dürfen, wie unruhig die Zeiten auch sein mögen, dabei nicht in Hektik verfallen. 'Be first, but first be right' wird weiterhin der Anspruch sein, an dem wir unsere Arbeit messen."

Auch auf derStandard.at wurde zunächst von einem Verbot der NPD berichtet und die Meldung kurz später korrigiert. (red, 17.1.2017)

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