Trumps Handelsminister verlegte 2.700 US-Jobs ins Ausland

17. Jänner 2017, 13:41
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Nominierung von Milliardär Wilbur Ross muss noch vom Senat bestätigt werden

Washington – Der designierte US-Handelsminister Wilbur Ross hat als Geschäftsmann tausende amerikanische Arbeitsplätze ins Ausland verlegt. Das geht aus Daten des US-Arbeitsministeriums hervor, die Reuters auswertete. Demnach wurden durch sein Handeln seit 2004 etwa 2.700 Stellen in der Textil-, Finanz- und Autozuliefererbranche vernichtet.

Zwar bescheinigen auch Gewerkschaftsführer dem Milliardär Ross, während dieser Zeit tausende Industriestellen in den USA gesichert zu haben. Allerdings beißen sich die Vorgänge mit dem erklärten Ziel des nächsten Präsidenten Donald Trump, Jobs im Inland zu halten. Ross' Nominierung muss noch vom Senat bestätigt werden, die Anhörungen dazu beginnen am Mittwoch.

Das Vermögen von Ross wird auf 2,5 Milliarden Dollar (knapp 2,4 Milliarden Euro) geschätzt. Einen Teil davon machte er vor einem Jahrzehnt durch die Sanierung von angeschlagenen amerikanischen Industriekonzernen. Reuters-Zahlen zeigen, dass er unter anderem zwei Textilunternehmen aus North Carolina zur International Textile Group (ITG) zusammenfasste. Von 2005 bis 2011 wurden dabei etwa 1.300 Stellen in den USA gestrichen und dafür Teile der Produktion nach Mexiko, China und Nicaragua verlegt. Ähnlich wurde 2007 bei der International Automotive Components Group (IAC) verfahren. Dabei gingen etwa 850 Stellen nach Mexiko.

Eine Stellungnahme von Ross war nicht zu erhalten. Die Zahl der ausgelagerten Arbeitsplätze ist im Vergleich zu anderen Unternehmen und Branchen nicht groß. So verlegte allein der Autoteilezulieferer Delphi seit 2004 etwa 11.700 US-Stellen ins Ausland. Der Präsident der Gewerkschaft United Steelworkers, Leo Gerard, hat den Milliardär dafür gelobt, über die Jahre Tausende amerikanische Arbeitsplätze gerettet zu haben.

Auch ein Trump-Sprecher verteidigte Ross' Vorgehen. "Nur wenige Leute haben so viel wie Wilbur Ross dafür getan, um amerikanische Jobs zu schützen und gute Deals für den amerikanischen Arbeiter auszuhandeln", sagte er. Die Personalentscheidungen in den Zulieferer- und Textilfirmen seien getroffen worden mit dem Ziel, die Fertigungsstätten nah am Kunden anzusiedeln und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Diese Argumentation entspricht der der Autohersteller, die von Trump wegen des Baus von Fabriken im Ausland kritisiert wurden. (APA, Reuters, 17.1.2017)

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