Air-Berlin- und Niki bescheren Flughafen Passagiereinbruch

17. Jänner 2017, 14:19
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Der Flughafen verzeichnet 2016 einen Gästerekord. Mit dem Umbau von Air Berlin und Niki erwarten die Vorstände 1,5 Millionen Passagiere weniger

Schwechat/Wien – 23,4 Millionen Fluggäste hat der Flughafen Wien im Jahr 2016 gezählt. Damit sind so viele Passagiere an- und abgereist wie noch nie. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 2,5 Prozent. Flughafen-Vorstand Günther Ofner sagt, das Unternehmen werde alle Finanzziele 2016 erreichen. "Deshalb können wir unseren Aktionären auch eine deutliche Erhöhung der Dividende in Aussicht stellen."

Billigflieger bringen Fluggast-Rekord

Starke Zuwächse bei Billigfliegern wie Eurowings und easyJet hätten den Passagierrekord gebracht, sagt Julian Jäger, ebenfalls Vorstand des Flughafens. Geopolitische Krisensituationen, wie in der Türkei und in Russland seien aber auch am Standort Wien nicht spurlos vorbeigegangen.

London beliebtestes Ziel

Das beliebteste Ziel vom Flughafen Wien war im Vorjahr London mit rund 604.000 abgeflogenen Passagieren, gefolgt von Frankfurt (592.000) und Zürich (492.000).

Beim Passagieranteil lagen die Austrian Airlines mit 44,5 Prozent weit vorne. Dahinter kamen Niki und airberlin, gefolgt von den Linien Lufthansa und Eurowings.

Die Vorstände des Flughafen Wien rechnen damit, dass die Kapazitäten bei Air Berlin und Niki (flyniki) durch die dortigen Umbauten und Einsparungen heuer in Wien-Schwechat um rund 60 Prozent einbrechen werden. Die wöchentlichen Frequenzen von Niki und Air Berlin lagen bisher bei wöchentlich 316, kommenden Sommer werden es nur mehr rund 140 sein, sagte Jäger am Dienstag.

Er sprach vor Journalisten von einem "dramatischen Rückgang". Statt bisher 19 Niki-Flugzeugen dürften künftig nur mehr fünf A-321er ihr Programm von Wien aus absolvieren, so der Manager. Dadurch rechnet der Vienna International Airport mit einem Passagier-Einbruch von rund 1,5 Millionen, der aber kompensiert werden soll. So geht die Chefetage davon aus, den Verlust durch AUA- und easyJet-Flüge und einem Wachstum bei anderen Airlines zumindest auszugleichen oder sogar etwas überzukompensieren.

725 Millionen Umsatz

Das offizielle Jahresergebnis für das Geschäftsjahr 2016 wird erst am 1. März bekanntgegeben. In der Prognose des Flughafens wird der Umsatz auf 725 Millionen Euro beziffert, dieses Jahr soll er auf 740 Millionen Euro steigen. Das EBITDA, also der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, soll im abgelaufenen Geschäftsjahr 310 Millionen Euro übersteigen. Im aktuellen Geschäftsjahr wird hier mit einem leichten Anstieg auf 315 Millionen gerechnet. Der Gewinn wird für 2016 mit mehr als 115 Millionen Euro prognostiziert, heuer sollen es mehr als 120 Millionen Euro werden.

Das meiste Geschäft macht der Flughafen Wien allerdings nicht mit dem Flugverkehr, sagt Vorstand Günther Ofner. Für zwei Drittel des Nettogewinns sei der Non-Aviation-Geschäftsteil verantwortlich, also beispielsweise Gastronomie, Einzelhandel und Werbung am Flughafen. (bpa, 17.1.2017)

  • Billigfluglinien wie Eurowings haben im Vorjahr stark zugelegt und damit zum Passagier-Rekord am Flughafen Wien beigetragen.
    foto: reuters/wolfgang rattay

    Billigfluglinien wie Eurowings haben im Vorjahr stark zugelegt und damit zum Passagier-Rekord am Flughafen Wien beigetragen.

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    grafik: apa
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